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13. Oktober 2008
Krebserregender Stoff in jeder vierten Fischdose


Berlin - Bundesweite Verdachtskontrollen von Lebensmitteln haben auch 2007 wenig Appetitliches ans Licht gebracht: Im Öl jeder vierten Fischkonserve fanden die Kontrolleure überhöhte Werte an krebserregendem Benzopyren. Sprossen und Keimlinge sowie zerkleinert verkauftes Obst und Gemüse enthielten vielfach Bakterien und Fäkalkeime. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Montag in Berlin mit.

Untersucht wurden mehr als 28.000 Proben von Lebens- und Gebrauchsmitteln, von denen ein erhöhtes Risiko für Verbraucher ausgehen kann. Die beanstandeten Fischprodukte stammten fast ausschließlich (98 Prozent) aus dem Baltikum.

In jedem fünften Paket Sprossen und Keimlinge versteckte sich eine viel zu hohe Zahl von Bakterien und Fäkalkeimen. Das galt auch für jede 13. Probe an vorgeschnittenem Obst und Gemüse.

Fast 40 Prozent der untersuchten Erfrischungsgetränke enthielten Benzol. Der als krebserzeugend und keimzellschädigend wirkende Stoff kann entstehen, wenn Getränken, die Ascorbinsäure (Vitamin C) enthalten, der Konservierungsstoff Benzoesäure zugesetzt wird. Die Aufnahme des Stoffs sollte grundsätzlich vermieden werden. Das Bundesamt forderte die Industrie auf, die Rezeptur ihrer Erfrischungsgetränke zu überprüfen.

Als «Mogelkäse» beanstandeten die Kontrolleure jede vierte Verdachtsprobe. Denn Imbisse und Gaststätten verkauften häufig ein Mischprodukt aus Magermilch und Pflanzenöl in Salzlake als «Käse». Die amtlichen Lebensmittelkontrolleure der Bundesländer wollen deshalb künftig verstärkt auf die Zusammensetzung und Kennzeichnung von Käse achten.

Salat und Tomaten als Rückstandsbomben

Beim Lebensmittelmonitoring, das einen repräsentativen Überblick über die Belastung bestimmter Lebensmittel gibt, fanden die Experten erneut viel zu hohe Rückstände an Pflanzenschutzmitteln. In Kopfsalat, Äpfeln, Zuchtchampignons sowie Grün- und Wirsingkohl wurden 2007 häufig die gesetzlichen Höchstmengen überschritten. Bei einigen Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten lag die Belastung laut Bundesamt so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen waren.

Der Leiter des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Helmut Tschiersky-Schöneburg, forderte, deutlich intensivieren müssten Handel und Erzeuger ihre Anstrengungen zur Verringerung der Rückstandsgehalte von Pestiziden und Nitrat bei Kopfsalat. Denn bei 9,5 Prozent der Proben überschritten die Gehalte von Pflanzenschutzmittelrückständen und bei 23 Prozent die Nitratgehalte die zulässigen Höchstmengen. In sieben von zehn Salatköpfen - Kopfsalat oder Römersalat - wurden gleich die Rückstände mehrerer Wirkstoffe gefunden.

Nicht alles Luftgetrocknete ist auch gesund

Luftgetrockneter Schinken aus Spanien war häufig mit Rückständen von Insektengiften belastet. In Wildschweinfleisch wurde in einigen Proben viel zu viel Blei gefunden, verursacht in erster Linie durch Jagdmunition. Ein Verzicht auf bleihaltige Munition wäre daher aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes sinnvoll, erklärte das Bundesamt.

 








 
 



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