Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gehört nicht zu den fünf ursprünglichen Nobelpreisen. Er wurde erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank aus Anlass ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet und 1969 zum ersten Mal verliehen. Die Preisträger werden daher auch nicht in der offiziellen Liste des Nobelinstituts aufgeführt, sondern nur in einem Anhang.
Ausgezeichnet werden sollen vor allem Wissenschaftler, die dazu beitragen, die wirtschaftspolitischen Aufgaben der Gegenwart zu bewältigen. Dabei wurde der Nobelpreis überwiegend für die Entwicklung von umfassenden Theorien über grundlegende ökonomische Zusammenhänge verliehen.
Wie bei der Auszeichnung mit Nobelpreisen insgesamt sind auch beim Wirtschaftspreis die Forscher aus den USA einsame Spitze und stellen rund zwei Drittel aller Preisträger. Zu den Preisträgern vergangener Jahre gehören auch die modernen Klassiker der Volkswirtschaftslehre Milton Friedman, Paul Samuelson und Gary Becker.
Europäische Ökonomen haben es dagegen schwerer - bisher gingen nur acht Nobelpreise für Wirtschaftswissenschaften an den alten Kontinent. Deutschland bekam mit Reinhard Selten 1994 die erste und bislang einzige Auszeichnung. Wie viele andere seiner Kollegen musste sich auch Selten den Preis mit zwei amerikanischen Kollegen teilen. In den vergangenen vier Jahren waren die Preisträger durchweg US-Amerikaner.
