Die Doping-Enthüllungen bei der Tour de France aufgrund eines neuen Nachweisverfahrens haben Konsequenzen über den Radsport hinaus: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will bei den Olympischen Spielen in Peking genommene Proben auf die bislang nicht sicher nachweisbare Substanz CERA untersuchen lassen. CERA ist ein aus dem Hormon EPO entwickeltes ausdauer- und leistungssteigerndes Mittel. IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau sagte am Mittwoch, die Peking-Proben würden an die Anti-Doping-Weltagentur WADA in Lausanne geschickt.
Es war zunächst nicht klar, wieviele der mehr als 5.000 Proben auf CERA getestet werden sollen. Moreau sagte, das IOC spreche die Details noch mit der WADA ab. Der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach sagte der Nachrichtenagentur AP, mit dem Schritt demonstriere das IOC seine Entschlossenheit, eine Null-Toleranz beim Doping durchzusetzen. Das IOC hebt Doping-Proben acht Jahre auf und hält sich damit die Möglichkeit für Neuuntersuchungen offen.
Am Dienstag wurde mitgeteilt, dass der deutsche Radrennfahrer Stefan Schumacher sowie dessen italienische Kollegen Riccardo Ricco und Leonardo Piepoli positiv auf CERA getestet worden seien. Die französische Anti-Doping-Behörde habe den Nachweis mit dem neuen Verfahren erbracht, hieß es. Der bisher übliche Urintest hatte zuvor zwar Verdacht erregt, die Substanz aber nicht nachweisen können.
