Wenige Tage nach der milliardenschweren staatlichen Rettungsaktion für den US-Versicherungskonzern AIG hat das Unternehmen einigen seiner Manager einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxusresort spendiert. AIG bezahlte ihnen einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxusresort, wie ein Ermittlungsausschuss des US-Kongresses am Dienstag mitteilte. Auf der Rechnung in Höhe von insgesamt 440.000 Dollar (324.000 Euro) standen unter anderem Wellness-Behandlungen, Golf-Trips und Galamenüs.
An dem Ausflug nahmen zwar keine Manager aus dem Bereich Finanzdienstleistungen teil, der für die Probleme der AIG verantwortlich ist. Die Abgeordneten in Washington zeigten sich aber dennoch empört über die hohen Ausgaben so kurz nach der Beinahe-Pleite. «Die Durchschnittsamerikaner leiden», sagte der demokratische Parlamentarier Henry Waxman, der Vorsitzende des Ausschusses, der sich mit dem Kollaps und der anschließenden Teilverstaatlichung der American International Group beschäftigt. «Sie verlieren ihre Jobs, ihre Häuser und ihre Krankenversicherung. Trotzdem haben es sich AIG-Manager weniger als eine Woche, nachdem die Steuerzahler den Konzern gerettet haben, in einem der exklusivsten Resorts des Landes gutgehen lassen.»
«Diese Führungskräfte sollten gefeuert werden», sagte der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama am Dienstag in einer Fernsehdebatte mit seinem republikanischen Rivalen John McCain. Er forderte, dass AIG dem Finanzministerium 440.000 Dollar überweisen müsse, um die Kosten des Ausflugs abzudecken.
Die US-Notenbank hatte die AIG am 16. September mit einer Kapitalspritze von 85 Milliarden Dollar gerettet. Der Kollaps des Unternehmens hatte die Eskalation der US-Finanzkrise nochmals deutlich verschärft.
