Als Reaktion auf den seit Wochen andauernden Skandal um Melamin-versuchte Milchprodukte hat China einen Grenzwert für die Chemikalie in Lebensmitteln festgelegt. Geringe Mengen Melamin könnten aus Umverpackungen in Produkte gelangen, erklärte das Gesundheitsministerium am Mittwoch. Eine absichtliche Beimischung sei ausdrücklich verboten. Die Chemikalie kann zu Nierensteinen führen. In China sind daran vier Babys gestorben und mehr als 54.000 Kinder erkrankt.
Als unbedenklich wird dem Ministerium zufolge bei Babymilchpulver eine Konzentration von maximal einem Milligramm Melamin pro Kilogramm betrachtet, für Milch sowie Milchpulver und Lebensmittel mit einem Milchgehalt von mehr als 15 Prozent gilt ein Grenzwert von 2,5 Milligramm pro Kilogramm. Nach Behördenangaben kann dank des Grenzwerts festgestellt werden, ob Melamin den Produkten vorsätzlich beigemischt wurde.
In chinesischem Milchpulver waren Konzentrationen von mehr als sechs Milligramm Melamin pro Kilogramm festgestellt worden. Die Gesundheitsbehörden hatten erklärt, ein Verzehr von weniger als 0,63 Milligramm pro Kilogramm sei unbedenklich. Der Skandal löste weltweit Besorgnis aus, und die Europäische Kommission erließ Importbeschränkungen für die Einfuhr von Milchprodukten aus China.
