Der kriselnde Speicherchiphersteller Qimonda will weltweit 3.000 Stellen streichen. Wie das Unternehmen am Montag in München mitteilte, sind vor allem die deutschen Standorte München und Dresden sowie die US-Standorte Raleigh und Richmond betroffen. Ein Sprecher erklärte, etwa 1.500 Jobs sollen in Deutschland wegfallen, weitere 1.500 in den USA. Bereits im Frühjahr hatte Qimonda die Streichung von 1.350 Stellen angekündigt.
In München sollen im Rahmen der erneuten Kürzungen 550 Jobs wegfallen. Im Werk Dresden will Qimonda 950 Stellen streichen. Diese kämen noch zu den bereits im Frühjahr angekündigten 350 Entlassungen an diesem Standort hinzu, sagt die Sprecherin von Qimonda in Dresden, Anja Berger, der AP. Angesichts der schwierigen Marktlage gebe es keine Alternative. Betroffen seien praktisch alle Bereiche. Aktuell seien am Standort Dresden derzeit noch 3.400 Mitarbeiter beschäftigt.
Ziel sei es, den sächsischen Standort zu sichern und fit zu machen, sagte die Sprecherin. Wie es hieß, sollen in Dresden zwar weiter Speicherchips gefertigt werden, allerdings soll die sogenannte Verpackung des Speicherkerns nur noch bis Ende März 2009 fortgeführt werden. Der Standort werde sich zudem weiter auf stromsparende Produkte konzentrieren. Es sollen so schnell wie möglich Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen werden.
Konzern will jährlich 450 Millionen Euro sparen
Im September hatte der Konzern nach Angaben eines Sprechers weltweit 12.200 interne Mitarbeiter und rund 1.800 Leiharbeiter beschäftigt. Die Streichungen sind Teil eines konzernweiten Kostensenkungsprogramm, mit dem Qimonda nach eigenen Angaben jährlich 450 Millionen Euro einsparen will. Im laufenden Quartal erwartet der Konzern dadurch Restrukturierungskosten in Hohe von 50 Millionen Euro.
Angesichts des drastischen Preisverfalls bei DRAM-Speichern für PCs will der Konzern sich aus diesem Geschäft weitgehend zurückziehen und sich strategisch neu ausrichten. Qimonda will sich verstärkt auf Speicher für Grafikprodukte und Server konzentrieren.
Qimonda gab zudem den Verkauf seiner Beteiligung an Inotera Memories bekannt. Die Anteile von 35,6 Prozent werden für rund 296 Millionen Euro an Micron verkauft, teilte der Konzern mit. Er erwarte aus der Transaktion einen einmaligen Buchverlust von etwa 300 Millionen Euro aus der Beteiligung an Inotera.
Wie ebenfalls bekannt wurde, räumt Qimonda-Finanzvorstand Michael Majerus seinen Posten. Er trete auf eigenen Wunsch zurück, hieß es. Sein Vorstandskollege Thomas Seifert werde zwischenzeitlich die Aufgaben des Finanzvorstands mitübernehmen.
