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13. Oktober 2008
Brown macht Ernst mit Teilverstaatlichung von Großbanken


London - Die britische Regierung macht Ernst mit der angekündigten Teilverstaatlichung großer Banken und steigt mit bis zu 37 Milliarden Pfund (46 Milliarden Euro) bei drei angeschlagenen Instituten ein. Allein die Royal Bank of Scotland (RBS) nimmt 20 Milliarden Pfund frisches Kapital auf, die vom Staat garantiert werden. Premierminister Gordon Brown sprach am Montag von einem beispiellosen Vorgehen, das aber im Interesse aller liege. Mehrere Topbanker müssen gehen, allen voran RBS-Chef Fred Goodwin.

Der britische Staat wird damit größter Aktionär bei der RBS sowie bei Lloyds und der Halifax Bank of Scotland (HBOS), die sich zusammenschließen wollen. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche einen Rekapitalisierungsplan und eine Teilverstaatlichung angeschlagener britischen Banken angekündigt. «Wir müssen in einer unsicheren und instabilen Welt der Fels der Stabilität sein, auf den die Menschen vertrauen können», sagte Brown am Montag.

Wie die RBS mitteilte, kauft die Regierung für 5 Milliarden Pfund Vorzugsaktien des Instituts und zeichnet für weitere Aktien im Wert von 15 Milliarden Pfund. Wenn sich dafür keine Investoren finden, kauft sich die Regierung mit der vollen Summe von 20 Milliarden Pfund (25 Milliarden Euro) ein. Dann würde der Staat 57 Prozent der Anteile halten.

Keine Bonus-Zahlungen

Weitere 17 Milliarden Pfund (21 Milliarden Euro) erhalten nach eigenen Angaben Lloyds TSB und die HBOS. Lloyds muss zudem weniger für HBOS zahlen als zunächst vereinbart. Nach dem Zusammenschluss hält der Staat 43,5 Prozent des neuen Kreditinstituts. Barclays kündigte eine Kapitalerhöhung um mindestens 6,5 Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Euro) ohne Regierungshilfe an.

Begleitet wird der Einstieg des Staats bei den Banken von personellen Konsequenzen: RBS-Chef Goodwin wird von Stephen Hester abgelöst, der bislang das Immobilien- und Investmentunternehmen British Land leitet. Der Verwaltungsratsvorsitzende Tom McKillop muss nach der nächsten Hauptversammlung im April gehen. Der für Globale Märkte verantwortliche RBS-Vorstand Johnny Cameron räumt seinen Posten sofort.

HBOS und Lloyds kündigten an, nach dem Zusammenschluss würden der Verwaltungsratschef und der Vorstandsvorsitzende der HBOS das neue Unternehmen verlassen. Die Regierung setzte zudem durch, dass die Vorstandsmitglieder der drei Banken in diesem Jahr keine Bonus-Zahlungen erhalten.

Die Börse reagierte positiv auf den Einstieg des Staates. Lloyds gewannen zunächst 10 Prozent, RBS legte 1 Prozent zu, Barclays um 13 Prozent. Wegen des niedrigeren Preises, den Lloyds zahlt, gaben die Aktien von HBOS dagegen um 9 Prozent nach.








 
 



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