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13. Oktober 2008
Datenpannen: Telekom kommt nicht zur Ruhe


Frankfurt - Immer neue Datenpannen lassen die Telekom nicht zur Ruhe kommen. Kurz nach Ankündigung verbesserter Schutzstandards musste der Konzern am Wochenende erneut ein großes Sicherheitsleck bei sensiblen Kundendaten einräumen. Bis zum Donnerstag konnten persönliche Informationen von 30 Millionen Handy-Kunden mit jedem beliebigen Internet-Computer eingesehen und verändert werden, wie der «Spiegel» berichtete. Wegen der Sicherheitsmängel wurden Forderungen nach einem Stopp der Vorratsdatenspeicherung laut. In Berlin protestierten mehr als 15.000 Menschen gegen staatlichen «Überwachungswahn».

Laut «Spiegel» konnten die T-Mobile-Daten wie Adressen oder Bankverbindungen ohne große Hürden abgerufen und manipuliert werden. Über die Zugangsdaten verfügten demnach nicht nur unzählige Mitarbeiter der T-Punkt-Läden, sondern auch Hacker-Kreise. In der Kundendatei befinden sich demnach auch zahlreiche Prominente. Dem Magazin zufolge schloss die Telekom das Leck erst, nachdem sie am Donnerstag mit den Recherchen konfrontiert worden war.

Die Telekom erklärte, der illegale Zugriff mit gestohlenen Passwörtern auf die Vertriebsdatenbank von T-Mobile sei seit Donnerstagnacht nicht mehr möglich. Man habe ein Verfahren eingeführt, das mit einer Transaktionsnummer (TAN) Eingriffe von Unbefugten ausschließe. Erst am Freitag hatte die Telekom bessere Standards beim Datenschutz und eine schnellere Information der Öffentlichkeit bei Problemen angekündigt. Zuvor war bekannt geworden, dass dem Unternehmen bereits 2006 rund 17 Millionen Kundendaten aus dem Mobilfunkbereich gestohlen worden waren.

Die FDP-Politikerin Gisela Piltz sprach sich wegen der ständigen Pannen bei der Telekom für ein Eingreifen der Bundesnetzagentur aus. Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte wegen der Sicherheitsprobleme den Stopp der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung.


Groß-Demonstration gegen «Überwachungswahn»

Gegen die Vorratsdatenspeicherung protestierten am Samstag bei einer Großdemonstration in Berlin mehr als 15.000 Menschen. Die Aktion unter dem Motto «Freiheit statt Angst» richtete sich auch gegen Steueridentifikationsnummer, Videoüberwachung und die von der Großen Koalition beschlossenen Online-Durchsuchungen. Zu der Demonstration aufgerufen hatten 117 Organisationen und Parteien, darunter die Grünen, die Linke und die FDP.

Nach Polizeiangaben nahmen rund 15.000 Menschen teil, die Veranstalter, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, dem der Deutsche Anwaltsverein, Gewerkschaften und die Freie Ärzteschaft angehören, sprachen sogar von 100.000. Auch in 20 anderen Städten in aller Welt fanden Protestveranstaltungen statt, unter anderem in Paris, Madrid und London. Die dortigen Proteste waren allerdings deutlich kleiner.








 
 



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