
13. Juni 2006 11:06 Uhr
Österreichs Verkehrsministerium leistet sich Datenpanne
Wien - Das Österreichische Verkehrsministerium geht mit seinen Daten offenbar ebenso schlampig um wie die ein oder andere Sicherheitsbehörde der Bundesrepublik. Wie die Tageszeitung "Kurier" aufdeckte, ist sie aufgrund einer Sicherheitspanne des Ministeriums an dessen vertrauliche Daten gelangt. Hintergrund: Die Behörde hatte vergessen, ausrangierte Festplatten korrekt zu löschen.
Wenig überrascht zeigen sich indes professionelle Datenretter. "Nach unseren Marktbeobachtungen werden mehr als 90 Prozent der verkauften, gebrauchten Festplatten nicht korrekt gelöscht", erläutert Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer des Datenrettungsunternehmens Attingo Informationstechnologie GmbH. "Die Sicherheitslücken bestehen überall, nicht nur im öffentlichen Bereich", weiß der Experte.
Auch Konzerne und Privatunternehmen löschten ihre Daten in den seltensten Fällen korrekt - also nicht wiederherstellbar. "Einerseits ist der Grund sicher die Unwissenheit, andererseits auch die Kosten", meint Ehrschwendner. Immerhin fallen Festplatten bei großen Umrüstungen oft in tausenden Stückzahlen an. Eine sichere Datenlöschung ist demnach sowohl zeit- als auch kostenintensiv. Zudem sei es einfach in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt, dass herkömmlich gelöschte, formatierte oder selbst mit einem neuen Betriebssystem überschriebene Festplatten von Experten für Datenrettung jederzeit wiederhergestellt werden können.
Hundertprozentig sicher ist eine Datenlöschung allerdings nur mit physikalischen Methoden. Etwa indem man die Platte sehr starken Magnetfeldern aussetzt, sie über 700 Grad Celsius erhitzt oder schlicht schreddert. Auch die am Markt angebotene Datenvernichtungssoftware, die den höchsten US-Standards entspricht, ist laut Ehrschwendner nicht immer erfolgreich: "Manchmal können Spuren bleiben, die wir immer noch rekonstruieren können." Jedenfalls empfiehlt Ehrschwendner, die Vernichtung sensibler Daten einem vertrauenswürdigen Experten zu überlassen, der auch Diskretion übt.
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