Merkels Tadel verärgert Südwest-CDU
veröffentlicht am 13.04.2007

Der Tadel von Kanzlerin Angela Merkel für den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger wegen dessen Äußerungen zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger Hans Filbinger sorgt in der Südwest-CDU für massiven Ärger. «Wir stehen weiterhin zu Oettinger, ohne Wenn und Aber», sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber, dem «Handelsblatt» (Montagausgabe).
Düsseldorf - Der Tadel von Kanzlerin Angela Merkel für den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger wegen dessen Äußerungen zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger Hans Filbinger sorgt in der Südwest-CDU für massiven Ärger. «Wir stehen weiterhin zu Oettinger, ohne Wenn und Aber», sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber, dem «Handelsblatt» (Montagausgabe).
Generell sei die Kritik an Oettinger unberechtigt. «Jedes Wort war richtig, da kann man nur fünf Ausrufezeichen dahinter machen.» Es sei «höchste Zeit» gewesen, dass Oettinger nach der «unsäglichen Kampagne» gegen Filbinger an dessen Grab «deutlich gemacht hat, was Sache ist», sagte Brunnhuber, der als Vorsitzender der Landesgruppenchefs zur obersten Fraktionsspitze zählt.
«Alle, die sich aufgeilen in Sachen Filbinger, müssen wissen: Am Grabe sind alle Anfeindungen vorbei», sagte Brunnhuber. Es sei «komisch, dass es immer nur die CDU-Leute trifft.» Von der SPD habe er keine Kritik an dem Schriftsteller Günter Grass vernommen, der Mitglied der Waffen-SS gewesen sei: «Das wird akzeptiert: Die Linken dürfen bei der SS gewesen sein.» Oettinger hatte Filbinger als Gegner des NS-Regimes bezeichnet und war damit auf erhebliche Kritik gestoßen. Filbinger hatte als Jurist während der NS-Zeit an Todesurteilen mitgewirkt.
(© AP)



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