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RFID zur Leichenidentifizierung
13. Januar 2006 - 09:59 Uhr

Harrison County - Die RFID-Chiptechnologie hat vom Gilette Rasierer, über Viagra-Packungen und Insassen von US-Gefängnissen schon fast überall Einzug erhalten. Aber seit September, als der Hurricane Katrina die US-Golfküste verwüstete, fanden einige Leute eine neue eher traurige Anwendungsmöglichkeit für die Technologie: Die Identifizierung von Leichen.

Gary Hargrove, Gerichtsmediziner aus Harrison County, begann damit die Radio Frequency Identification (RFID)-Chips in Leichen zu injizieren, um bei den hohen Todeszahlen nicht den Überblick zu verlieren. Seinen Angaben zufolge wurden die Chips von einem Unternehmen namens VeriChip aus Florida beigesteuert. Sie halfen, die Leichen zu identifizieren und die Sturm-Opfer ohne Verwechslungsgefahr ihren Familien zu übergeben. Auch die aus Gräbern gespülten Leichen wurden mit den Chips versehen, um sie anschließend wieder ihren Grabstätten zuordnen zu können.

Das Unternehmen VeriChip ist spezialisiert auf die Anwendung von RFID-Systemen beim Menschen und hat schon frühzeitig mit der Vermarktung der Technologie - vor allem im Krankenhaus-Sektor als Möglichkeit lebende Patienten zu kennzeichnen - begonnen. Das System wird auch herkömmlichen Unternehmen als sichere Authentifizierungsmöglichkeit oder als Ausweis-Ersatz angeboten. Dennoch: In den USA wird der Einsatz der Technik beim Menschen kontrovers diskutiert. Einige Kritiken thematisieren die Verletzung des Datenschutzes. Andere lehnen den breiten Einsatz der Technologie beim Menschen aus religiösen Gründen ab.



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