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3.300 Tiere bei Tierversuchen der Bundeswehr getötet

veröffentlicht am 12.12.2008


Die Bundeswehr hat seit 2004 zur Erforschung der Auswirkungen von biologischen und chemischen Waffen Tausende Tierversuche durchführen lassen. Dabei starben mindestens 3.300 Tiere, darunter auch 18 Makaken-Affen. Ein Bundeswehrsprecher bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung.

 

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Berlin - Die Bundeswehr hat seit 2004 zur Erforschung der Auswirkungen von biologischen und chemischen Waffen Tausende Tierversuche durchführen lassen. Dabei starben mindestens 3.300 Tiere, darunter auch 18 Makaken-Affen. Ein Bundeswehrsprecher bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung.



Die Tiere wurden bei Versuchen zur Vorbeugung und Therapie von Infektionen mit Pockenviren getötet, ebenso wie 500 Mäuse, 20 Kaninchen und zwölf Meerschweinchen. Die Bundeswehr führte auch Tierversuche mit Erregern von Milzbrand, Ebola, Kongo-Fieber und dem chemischen Kampfstoff Schwefel-Lost durch. Insgesamt wurden bei den Tierversuchen der Wehrforscher seit 2004 mindestens 2.220 Mäuse, 706 Meerschweinchen, 276 Ratten, 84 Kaninchen, 76 Schweine und 18 Makaken getötet.


Hauptmann Thorsten Burger sagte der AP, die Versuche seien alle von der zuständigen Tierschutzkommission genehmigt worden und keineswegs geheim abgelaufen. In dem Gremium säßen auch Tierschützer. Die Bundeswehr versuche zudem, die Tierversuche soweit wie möglich zu beschränken.


Auch das Verteidigungsministerium bestätigte der Zeitung die Tierversuche. Im Rahmen der Wehrmedizin würden damit «diagnostische Verfahren entwickelt sowie Forschungsvorhaben insbesondere zur Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Mensch oder Tier» durchgeführt, zitiert die «Bild»-Zeitung aus einer Stellungnahme des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU).

Kritik von Tierschützern


Der Bundesverband der Tierversuchsgegner forderte einen Verzicht auf die Tests. Die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Christiane Baumgartl-Simons, sagte: «Tierversuche in der Bundeswehr müssen ebenso wie die anderen Tierversuche öffentlich gemacht werden. Wenn es leider noch immer zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist, Verfahren zu entwickeln und Mittel zu testen, so muss dies mit tierversuchsfreien Verfahren geschehen.»


Die 3.300 Tiertötungen bei der Bundeswehr seit 2004 sind nur die Spitze des Eisbergs. Laut den im November veröffentlichten Tierversuchszahlen der Bundesregierung wurden 2007 bundesweit 629.643 Wirbeltiere für wissenschaftliche Zwecke getötet. Davon waren rund 515.000 Mäuse, Ratten und Meerschweinchen sowie rund 58.000 Vögel. Ums Leben gebracht wurden zudem unter anderem rund 1.500 Kaninchen, 835 Schweine, 72 Affen sowie sechs Katzen und zwei Hunde.


Insgesamt wurden für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke im Jahr 2007 in Deutschland 2,61 Millionen Wirbeltiere eingesetzt; Menschenaffen wurden nicht verwendet. Tierversuche zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika sind in Deutschland grundsätzlich verboten.


  (© AP)



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