Korruptionsaffäre kostete Siemens bisher 2,9 Milliarden
veröffentlicht am 12.11.2008

Zwei Jahre nach Bekanntwerden der Siemens-Schmiergeldaffäre und milliardenschweren Kosten sieht der Konzern den Aufbau seiner internen Anti-Korruptions-Abteilung als abgeschlossen. Weltweit kümmerten sich etwa 520 Mitarbeiter um die Korruptionsbekämpfung, teilte Siemens am Mittwoch mit. 2006 seien es noch 80 Mitarbeiter und viele davon in Teilzeit gewesen.
München - Zwei Jahre nach Bekanntwerden der Siemens-Schmiergeldaffäre und milliardenschweren Kosten sieht der Konzern den Aufbau seiner internen Anti-Korruptions-Abteilung als abgeschlossen. Weltweit kümmerten sich etwa 520 Mitarbeiter um die Korruptionsbekämpfung, teilte Siemens am Mittwoch mit. 2006 seien es noch 80 Mitarbeiter und viele davon in Teilzeit gewesen. Die Gesamtkosten des Korruptionsskandals summieren sich für Siemens mit erwarteten und bereits verhängten Strafen, Beraterkosten und Steuernachzahlungen auf 2,9 Milliarden Euro.
Im vierten Quartal gab Siemens für die Korruptionsbekämpfung und externe Berater 89 Millionen Euro aus. Im Vorquartal waren es noch 119 Millionen Euro. Die Kosten würden weiter sinken, weil der Aufbau einer hausinternen Compliance-Organisation abgeschlossen sei und diese zunehmend Aufgaben externer Berater übernehme, hieß es.
Allein für die erwartete Strafe der US-Börsenaufsicht SEC hat der Konzern eine Milliarde Euro zurückgestellt. Ein Abschluss der Verhandlungen mit der SEC, dem US-Justizministerium und der Münchner Staatsanwaltschaft wird bald erwartet. Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete Siemens nach eigenen Angaben 909 geahndete Verstöße gegen hausinterne Regeln. Über 230 Mitarbeiter mussten demnach das Unternehmen deswegen verlassen.
Siemens will am Donnerstag seine Jahresbilanz vorlegen. Wegen Sonderlasten aus der Korruptionsaffäre, für den Konzernumbau und Stellenabbau erwarten Analysten im vierten Quartal tiefrote Zahlen, für das Gesamtjahr aber ein Plus.
(© AP)




