Aufsichtsräte und Politiker kritisieren die Datenschutzkonzepte der Telekom. Dass der Konzern sich freiwillig, verpflichte, Datenmissbrauch mitzuteilen, reiche nicht, sagte Silke Stokar, Datenschutzexpertin der Grünen im Bundestag der «Frankfurter Rundschau». «Wir brauchen eine gesetzliche Meldepflicht», erklärte sie. Kunden müssten Schadensersatz-Ansprüche geltend machen können. Eine Selbstverpflichtung sei schließlich nicht einklagbar. Zudem müsse die Telekom «transparent machen, an wen sie die Daten weitergibt».
Telekom-Chef René Obermann hatte das neue Datenschutzkonzept des Konzerns am Freitag vorgestellt. Damit zieht er die Konsequenz aus den Datenskandalen der vergangenen Monate.
Die geplante Schaffung eines neuen Vorstandsbereichs für Datenschutz rief dem Bericht zufolge bei Aufsichtsräten der Telekom Verwunderung hervor. «Ich bezweifle, ob das der Sache dient und die Probleme löst», sagte T-Mobile-Aufsichtsrat Ado Wilhelm der Zeitung. Es sei fraglich, ob die geplante Zusammenlegung der Sparten Recht, Compliance und Datenschutz zu mehr Sicherheit führe. Ungeklärt sei, wer im jetzigen Vorstand die Verantwortung für das Daten-Desaster trage. Zudem sei der Vorschlag mit dem Aufsichtsrat nicht besprochen. «Wir erfahren das erst durch die Medien, obwohl wir das entscheiden müssen», sagte Wilhelm.
Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar wurde laut FR nicht gehört: «Wir sind in die Entscheidung nicht eingebunden gewesen», sagte seine Sprecherin. Man begrüße aber, «dass die Telekom den Datenschutz in der Unternehmensleitung verankert».
