Der Staat braucht Geld: Kultur-Ausverkauf in Baden-Württemberg
veröffentlicht am 12.10.2006

Die Überlegung der Landesregierung von Baden-Württemberg, mit dem Verkauf vieler kleiner Objekte aus Museen und Bibliotheken das Badische Fürstenhaus zu sanieren und das Schloss Salem zu sichern, ist von der Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes, Mechthild Kronenberg, in SWR2 ("Journal am Morgen") als eine "unglaublich peinliche und blamable Affäre" bezeichnet worden.
Wörtlich sagte Kronenberg: "Museen sind keine Rückhaltebecken, aus denen man in Zeiten finanzieller Engpässe Objekte entnimmt, veräußert, um damit Schwierigkeiten zu überbrücken." Die Aufgabe der Kulturpolitik bestehe darin, "die Sicherung des kulturellen Erbes voranzutreiben und nicht dessen Veräußerung".
Baden-Baden - Die Überlegung der Landesregierung von Baden-Württemberg, mit dem Verkauf vieler kleiner Objekte aus Museen und Bibliotheken das Badische Fürstenhaus zu sanieren und das Schloss Salem zu sichern, ist von der Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes, Mechthild Kronenberg, in SWR2 ("Journal am Morgen") als eine "unglaublich peinliche und blamable Affäre" bezeichnet worden.
Wörtlich sagte Kronenberg: "Museen sind keine Rückhaltebecken, aus denen man in Zeiten finanzieller Engpässe Objekte entnimmt, veräußert, um damit Schwierigkeiten zu überbrücken." Die Aufgabe der Kulturpolitik bestehe darin, "die Sicherung des kulturellen Erbes voranzutreiben und nicht dessen Veräußerung". Ein Verkauf von Kunstobjekten sei in Ausnahmefällen möglich, aber der Erlös müsste dann den "Kunstsammlungen wieder zugutekommen".
include("http://www.net-tribune.de/tags/contentads/01.php"); ?>"Wir können nicht an die Filetstücke herangehen und sie veräußern, wir haben sie zu beschützen", so die Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes. Sie forderte ein Gesetz für den Schutz des Kulturerbes. Das historische Erbe brauche dringend einen Schutzraum, der nicht angetastet werden könne. Die baden-württembergische Landesregierung müsse einen anderen Weg suchen, um die finanziellen Probleme zu lösen. Andernfalls würde es zu einem "großen Sündenfall" kommen.
Bereits gestern Abend hatte sich die Präsidentin des Museumsverbandes Baden-Württemberg, Dr. Kirsten Fast, im Interview mit dem Radio-Sender kritisch zu den Plänen der Landesregierung geäußert, nach denen die staatlichen Museen in Baden-Württemberg bis März 2007 durch Verkäufe zehn Millionen Euro aufbringen sollen, um den Vergleich mit dem Haus Baden zu finanzieren.
"Ich finde es unverantwortlich, was da passiert. Es ist mir ein Rätsel, wie man in so kurzer Zeit so viel Geld stemmen soll, ohne wirklich grundlegende Arbeiten zu verkaufen", erklärte Fast in der Sendung "Journal aus Baden-Württemberg". Allen Museen im Lande sei bewusst, dass es weniger Geld gebe und dass sie Opfer bringen müssten, aber "die Affinität der Landesregierung zu den Adelshäusern" verstünden sie nicht. Im Museumsverband Baden-Württemberg sind 600 Landes-, Kommunal- und Privatmuseen organisiert.
Lesen Sie auch: (Update) - ThyssenKrupp stellt Steel Americas zur Disposition
Der Industriekonzern ThyssenKrupp weitet sein Verkaufsprogramm möglicherweise aus. Das DAX-Unternehmen stellt die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA, die zusammen als Steel Americas firmieren, auf den Prüfstand. Die grundlegenden Veränderungen der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten das ursprüngliche Konzept für die beiden Produktionsstätte auf den Kopf gestellt, hieß es. zur Nachricht >>




RWE verkauft Thyssengas an australische Bank

