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12. März 2008

Die Prinzessin mit den traurigen Augen



Frankfurt - Ihr Name bedeutet Siebengestirn, und sieben Jahre war die junge, schöne Soraya Kaiserin von Persien. Doch dann musste die von den Medien als Märchenprinzessin gefeierte Tochter einer Deutschen und eines persischen Fürsten abtreten: Wegen Kinderlosigkeit wurde die Ehe mit Schah Reza Pahlewi vor 50 Jahren geschieden. Am 14. März 1958 wurde die Trennung erstmals bekanntgegeben, am 6. April 1958 wurde sie offiziell vollzogen.

Ihr Ex-Mann bekam mit seiner neuen Frau Farah Diba zwar endlich den langersehnten Sohn, doch wegen der islamischen Revolution und seinem damit verbundenen Sturz «nutzte» ihm der Thronfolger nichts. Und auch Sorayas Leben verlief nach der Trennung tragisch: Zwei ihrer späteren Partner begingen Selbstmord, einer verunglückte tödlich. Die «Prinzessin mit den traurigen Augen» hatte kein Glück mit ihren Männern. Dabei hatte ihre Beziehung zu Resa Pahlewi märchenhaft begonnen.

Dem Kaiser soll zufällig ein Foto der blutjungen Soraya in die Hände gefallen sein, in das er sich verliebte. Er war frei für eine neue Ehe, denn er hatte sich gerade von seiner ersten Frau Fawzia scheiden lassen, weil sie ihm keinen männlichen Nachfolger geboren hatte. Im Oktober 1950 verlobte sich der damals fast 31 Jahre alte Schah mit der 18-jährigen Soraya, am 12. Februar 1951 folgte die Trauung.

Das kaiserliche Paar und vor allem die schöne Frau auf dem Pfauenthron genossen weltweite Aufmerksamkeit der Boulevardpresse, doch bereits im Herbst 1954 und damit nach nur gut drei Ehejahren wollten Gerüchte über eine bevorstehende Scheidung nicht mehr verstummen. Ausgerechnet bei einem Aufenthalt Sorayas in Deutschland bei ihrem Vater, der zu der Zeit iranischer Botschafter in Bonn war, wurde die Auflösung der Ehe wegen Kinderlosigkeit bekanntgegeben. Der Schah erklärte öffentlich sein Bedauern über die Notwendigkeit der Entscheidung. Soraya erklärte, sie müsse dem Staatsinteresse dieses Opfer bringen.


Keine neue Ehe, keine Kinder


Über die Höhe der Abfindung für die damals erst 25-jährige Exkaiserin kursierten damals eine Reihe widersprüchlicher Gerüchte. Später ging man davon aus, dass sie neben wertvollem Schmuck rund 17 Millionen D-Mark erhalten hatte. Offenbar hatte sie neben der Scheidung aber auch einem Eheverbot zustimmen müssen. Denn sie heiratete nie mehr, und sie blieb kinderlos.

Zunächst führte Soraya, die jetzt den Titel Prinzessin Esfandiary trug, ein unstetes Leben im internationalen Jetset, hatte allerdings ab 1959 einen festen Wohnsitz in Rom. Sie blieb eines der beliebtesten Objekte der deutschen Boulevardpresse. Bereits 1957 protestierte die iranische Botschaft beim Auswärtigen Amt gegen Sensationsberichte. 1958 drohte der Schah deshalb gar mit dem Abbruch der Beziehungen. Die daraufhin vom Bundeskabinett eilig beschlossene «Lex Soraya», die herabwürdigende Behauptungen, das Privatleben fremder Staatsoberhäupter betreffend, mit Strafe bedrohen sollte, kam allerdings nie durch den Bundestag.

Anfang der 60er Jahre erschienen ihre Memoiren mit dem Titel «Jetzt spreche ich». Ebenfalls zu der Zeit versuchte sie sich wenig erfolgreich als Filmschauspielerin. Seit den 70er Jahren lebte sie abwechselnd in Paris und im spanischen Marbella.

Das von den Medien gepflegte Flair von Melancholie und Weltentrücktheit der «Prinzessin Schwermut» wurde von ihren zum Teil unglücklichen Beziehungen befördert. Ihre langjährige Liebe, der italienische Regisseur Franco Indovina, kam 1972 bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Zwei weitere Liebhaber, der Schweizer Bankier Edmond Artar und der Vicomte de Barbot nahmen sich selbst das Leben.

Anfang der 90er Jahre sorgte Soraya mit ihren neuen Memoiren «Palast der Einsamkeit» für kurzes Aufsehen. Danach zog sie sich mehr und mehr vom Jetset zurück, auch um sich um ihre in München lebende, kranke Mutter zu kümmern. Am 26. Oktober 2001 starb sie einsam in ihrer Pariser Wohnung an einem Hirnschlag. Sie wurde von ihrer Putzfrau gefunden. Beigesetzt wurde die Exkaiserin im Grab ihrer Eltern auf dem Münchner Westfriedhof. Auf dem Grabstein wird auch ihres Bruders Bijan gedacht, der eine Woche nach Soraya bei den Vorbereitungen der Trauerfeierlichkeiten für seine Schwester gestorben war.






 

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