Bundesarbeitsminister Olaf Scholz hält trotz der Finanzkrise an der Vollbeschäftigung als Ziel sozialdemokratischer Politik fest. Jetzt müsse alles getan werden, die schlimmsten Auswirkungen der Krise zu überwinden, sagte Scholz am Samstag auf dem Bundeskongress der Jungsozialisten in Weimar. Es werde sich erweisen, dass die Zukunft der sozialstaatlichen Gesellschaft gehöre.
Die Entwicklung der letzten Jahre habe gezeigt, dass es falsch gewesen sei, auf einen mehr oder weniger ungeregelten Finanzmarkt zu setzen. Der Sozialstaat könne und müsse jedem einzelnen, der arbeiten wolle, auch eine realistische Chance geben, Arbeit zu finden. Vollbeschäftigung definiere er so, dass jeder, der seinen Arbeitsplatz verloren habe, spätestens innerhalb eines Jahres wieder Arbeit finden sollte. Es sei geradezu zynisch, sich mit Massenarbeitslosigkeit abzufinden. Aus Gesprächen mit Betroffenen wisse er: «Das Schlimmste ist das Gefühl, dass es nie mehr anders wird», sagte Scholz.
