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Deutsche fürchten Internet-Betrug
11. Juli 2005 - 18:25 Uhr

Ratingen (dhg) - Die Mehrzahl der Deutschen hat Angst vor Betrug im Internet. Trotzdem verzichten viele auf Schutzmaßnahmen vor Datenklau. Das ergab eine gemeinsame Umfrage vom Sicherheitsanbieter Symantec und der TV-Zeitschrift Hörzu zum Thema Online-Betrug.

Demzufolge sind sich die meisten Internet-Nutzer der Gefahr von Online-Betrug durchaus bewusst: Rund 60 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, selbst Opfer zu werden, sogar als "hoch" oder "sehr hoch" ein. Das zurecht, meint Patrick Heinen, IT-Sicherheitsexperte bei Symantec: "Das Ausspionieren von persönlichen und sensiblen Inhalten hat in den letzten Monaten stark zugenommen. So machten Schadprogramme, die vertrauliche Informationen gefährden, im zweiten Halbjahr 2004 bereits 54 Prozent der Top 50 Virenmeldungen aus."

Für die Mehrzahl der Befragten sind Spyware und Adware ein Begriff (51 Prozent) und rund 40 Prozent hatten schon einmal ein Spionageprogramm auf ihrem Rechner. Diese Programme installieren sich in der Regel unbemerkt auf dem Computer, sammeln vertrauliche Informationen und leiten diese an Dritte weiter. Adware hingegen zeichnet das Online-Verhalten des Nutzers auf und wertet die Daten für kommerzielle Zwecke aus.

Eine weitere Form des Online-Betrugs ist das sogenannte "Phishing". "In den täuschend echt aufgemachten E-Mails von 'Geldinstituten' werden die Kunden zu angeblichen Überprüfungszwecken aufgefordert, Passwörter oder Kontonummern einzugeben und dazu auf gefälschte Websites umgeleitet", erklärt der Symantec-Experte. Die Umfrage hat gezeigt, dass mehr als ein Drittel der Befragten schon einmal eine "Phishing"-Mail erhalten hat. Davon haben rund 75 Prozent die E-Mails gelöscht, 23 Prozent haben sie geöffnet und ein Prozent sogar persönliche Daten eingegeben. Auch wenn das Risiko bekannt ist, ausreichende Schutzmaßnahmen gegen Online-Betrug treffen die wenigsten.

Das Internet wird von den meisten für Einkäufe oder Bankgeschäfte genutzt: 87 Prozent der Teilnehmer tätigen Transaktionen im Web. So mancher steht der Sicherheit des World Wide Web aber skeptisch gegenüber: Knapp 14 Prozent zahlen beim Online-Kauf bewusst nur auf Rechnung oder verzichten gar komplett auf Einkäufe im Netz. Online-Banking kommt für 16 Prozent nicht in Frage, und weit mehr als ein Drittel bricht regelmäßig Vorgänge aus Vorsicht ab. Lediglich vier Prozent schützen sich vor Spyware und Adware durch ein entsprechendes Programm, obwohl etwa zwei Drittel der Befragten vertrauliche Daten auf ihrem Rechner speichern.

Trotz immer neuer Warnmeldungen vor digitalen Sicherheitsrisiken, nutzt die Minderheit entsprechende Softwarelösungen: Nur jeweils knapp ein Drittel kombiniert Virenschutz und Firewall oder benutzt eine integrierte Lösung, die aus Virenscanner, Firewall und Spam-Filter besteht. Arglose vier Prozent surfen weiterhin komplett ohne Schutz im Netz. Experten wie Patrick Heinen empfehlen zum Schutz der eigenen Daten eine umfassende Lösung. "Bei der heutigen Anzahl an Schadprogrammen und den immer neuen Tricks der Online-Gauner ist eine integrierte Sicherheitslösung notwendig, die alle Risiken erfasst: von Viren, Würmern und Trojanern über Hackertools bis hin zu Spyware, Spam und Phishing-Mails."

Doch aufgepasst: Nicht jedes vermeintliche Spionageprogramm ist vom Anwender unerwünscht oder liest sensible Daten aus: "Bei Spyware und Adware ist es wichtig, das eine Sicherheitslösung die Programme erst einmal nach ihren Funktionen klassifiziert, ihr Risikopotenzial bewertet und erst dann handelt oder dem Anwender eine Handlungsempfehlung gibt", erklärt Heinen. Das klingt erst einmal kompliziert, aber: "Wird sofort jedes vermeintliche Spionageprogramm von dem Scanner gelöscht, können hier auch vom Nutzer installierte Software-Applikationen entfernt werden, die zum Beispiel mit Adware verknüpft sind", gibt der Symantec-Experte zu bedenken.



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Donnerstag, 20. Nov. 2008







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