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Deutschland gerät beim Breitband-Internet ins Hintertreffen
11. Juli 2005 - 18:22 Uhr

Köln (dhg) - Deutschland fällt beim breitbandigen Internetzugang im Vergleich der europäischen Länder immer weiter zurück. Davor hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) heute angesichts der aktuellen Zahlen der European Competitive Telecommunications Association (ECTA) gewarnt.

Nach der ECTA-Analyse ist Deutschland auf dem zehnten Platz bei der Breitband-Penetration in Europa abgerutscht. Line Sharing hat nach wie vor kaum Bedeutung in Deutschland, der Kabelzugang ist nicht nennenswert und Bitstream-Angebote fehlen völlig, nennt die ECTA konkrete Gründe für den Negativtrend im deutschen Breitbandmarkt. Die Organisation zählt Deutschland neben Zypern und der Slowakei zu den drei Problemfällen beim Breitband-Internet in Europa.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert der eco Verband als Sofortmaßnahme eine deutliche Senkung der Einmalentgelte im Bereich Line Sharing. Nachdem die EU-Kommission die Deutsche Telekom durch Androhung eines förmlichen Verfahrens bewegt hat, die monatlichen Entgelte für Line Sharing auf ein europaweit durchschnittliches Niveau von 2,34 Euro zu senken, stehen seitdem die Einmalentgelte für die Neueinrichtung, Übernahme und Kündigung einer Nutzung dieses Wettbewerbsinstruments entgegen.

Der Verband verweist auf Analysen, wonach ein Senkungspotenzial von circa 50 Prozent gegenüber dem Durchschnittsentgelt der zehn EU-Länder mit den geringsten Entgelten beziehungsweise 85 Prozent gegenüber dem Durchschnittswert der drei günstigsten Länder besteht. Deshalb fordert eco eine sofortige Überprüfung der Zulässigkeit dieser Praxis durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post sowie eine signifikante Reduktion.

Der Verband empfiehlt konkret Migrationsentgelte beim Wechsel vom Line Sharing zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) von einmalig maximal 20 Euro, um den Wettbewerb zu beleben. Die heutigen Kosten liegen bei 120 bis 160 Euro. Auch bei allen anderen Entgelten für Line Sharing liegt Deutschland nach eco-Analyse weit jenseits der Wettbewerbsfähigkeit.

"Die eigentliche Tragödie besteht darin, dass die Verbraucher im größten EU-Land nicht in den vollen Genuss der Vorteile kommen, die ein effektiver Wettbewerb mit sich bringen würde", erklärte Roger Wilson, Managing Director der ECTA. Beim Line Sharing mieten die alternativen DSL-Anschlussanbieter ausschließlich den zum DSL-Betrieb notwendigen TAL-Frequenzteil. Dadurch wird ein kundennäherer Marktauftritt der alternativen Carrier mit einem variierenden Produktangebot möglich, was eine wichtige Voraussetzung für ein differenziertes Endkundenangebot in Deutschland darstellt.



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Donnerstag, 20. Nov. 2008







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