Im einstmals geheimsten Bauwerk der Bundesrepublik
Bad Neuenahr-Ahrweiler - Zu den einstmals geheimsten Orten der Bundesrepublik gehört der Regierungsbunker im Ahrtal. Etwa 30 Jahre lang diente er als Zufluchtsort der Bundesregierung und weiterer höchster Bundesbehörden bei einem möglichen Krisenfall, wie der Verein Ahrtal-Tourismus informiert. Seit März ist ein etwa 200 Meter langes Teilstück als Museum und Dokumentationsstätte mit originalen Einrichtungsgegenständen erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.
Im Falle eines atomaren, biologischen oder chemischen Angriffs hätte «das versteckteste Bauwerk in der Geschichte der BRD» rund 3.000 Menschen 85 bis 115 Meter unter dem Ahrgebirge für ungefähr 30 Tage das Überleben gesichert.
Den Angaben zufolge verfügte der etwa 188.000 Quadratmeter große «Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland» über 936 Schlafzellen, 895 Büroräume, fünf Kommandozentralen, fünf Großkantinen, fünf Sanitätsbereiche mit OP-Sälen, einen zahnärztlichen Bereich und sogar über einen Friseursalon. In der etwa drei Milliarden Mark teuren Anlage gab es über 25.000 Türen. Im Rahmen von NATO-Übungen erprobten bis 1989 alljährlich rund 2.000 Menschen für 14 Tage unter dem Ahrgebirge den Krisenfall.
Einst Außenstelle des KZ Buchenwald
Nach Informationen des Vereins Ahrtal-Tourismus soll ein Kurzfilm über die Hintergründe der Entstehung der insgesamt 19 Kilometer langen Anlage informieren. Deren Grundstock bildeten vor dem Ersten Weltkrieg gebaute Tunnelanlagen einer nie vollendeten Güterzugstrecke.
Die Konzeption des Museums stammt vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte in Bonn. Eine Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich.