Die Zahl der Menschen, die im eigenen Land zu Flüchtlingen geworden sind, hat im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit Anfang der 90er Jahre erreicht. Für das Schicksal der weltweit mehr als 26 Millionen Binnenflüchtlinge sei in vielen Fällen die jeweilige Regierung verantwortlich, erklärte der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) am Genfer Sitz der Vereinten Nationen.
Die Zahl der Betroffenen nahm 2007 um 3,7 Millionen zu. Dabei entfällt die Hälfte aller Binnenflüchtlinge auf lediglich drei Länder: Kolumbien, Irak und Sudan. Im Irak wurden mehr als 700.000 Menschen zusätzlich vertrieben, womit die Zahl der Flüchtlinge im eigenen Land auf 2,5 Millionen stieg.
In der Zentralafrikanischen Republik und im Kongo flohen nach Angriffen der staatlichen Sicherheitskräfte mehrere hunderttausend Menschen aus ihren Häusern, wie aus dem Jahresbericht der Organisation hervorgeht. Besonders erwähnt wird auch die Lage in Birma, wo Zehntausende vor Gewalt und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht sind. In den östlichen Provinzen des offiziell als Myanmar bezeichneten Landes wurden dem Bericht zufolge mindestens 167 Dörfer zerstört.
Den Entwurzelten fehlt es oft an geeigneter Unterkunft, Nahrung, Wasser und Gesundheitsversorgung. Für Frauen und Mädchen gibt es ein erhöhtes Risiko, sexueller Gewalt zum Opfer zu fallen. In einigen Ländern wie Simbabwe, so erklärte der Flüchtlingsrat, behindere die Regierung die Bemühungen der Vereinten Nationen und von Hilfsorganisationen, den IDPs beizustehen - diese Abkürzung steht für «Internally Displaced Persons» und wird von den Hilfsorganisationen für die Binnenflüchtlinge verwendet.
