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11. Mai 2008

Kampf gegen die deutsche Comedy



Berlin - Bestseller-Autor Heinz Strunk hasst Comedy. «Ich bekämpfe die deutsche Comedy, die sich als ganzjährig verlängerter Arm des rheinischen Karnevals seuchenartig in Deutschland ausgebreitet hat», wettert er in der Zeitschrift «Vanity Fair». «Die gerechte Strafe, die diese Comedians bekommen, ist gerade ihr Publikum: Schenkelklopfende debile Honks in kik-Klamotten.» Honks steht für «Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse», kik ist ein Textildiscounter.

Zur gleichnamigen Verfilmung seines Romans «Fleisch ist mein Gemüse», die in die Kinos kommt, sagte Strunk: «Ich finde die traurigen Szenen stärker als die lustigen. Vor allem die Szenen mit meiner Mutter. Ich muss immer weggucken, wenn sie im Film stirbt. Weil es wirklich so war. Besonders berührt hat mich der Film, weil Susanne Lothar darin genauso aussieht wie meine Mutter.»

Im Oktober soll Strunks neuer Roman «Die Zunge Europas» erscheinen. Darin rechnet er mit der deutschen Comedy-Szene ab. An diesem Buch hat der 45-Jährige vier Jahre lang gearbeitet: «Ich hatte schlimme Versagensängste. Die ersten vier Fassungen waren unter aller Kanone. Insgesamt habe ich 16 Fassungen gebraucht.» Der Hamburger weiß, dass die Erwartungen nach dem Erfolg seines Debütromans hoch liegen: «Dieses Buch ist mit Abstand das Wichtigste für mich. Das muss was werden.» Heinz Strunk tritt zusammen mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni als «Studio Braun» als Chaos-Truppe auf. «Comedy erniedrigt Humor zu einer Geschäftsidee. Um mich davon abzugrenzen, würde ich mich eher einen Humoristen nennen», erklärte er.

In einem Interview des Magazins «Playboy» sagte Strunk, trotz des Erfolgs werde er seine Depressionen nicht los. Er hat nach eigenen Worten kein Problem damit, Millionen Menschen so tief in seine Seele blicken zu lassen. Für ihn ist dies eine Grundvoraussetzung guter Literatur. «Es ist heute eine Berufskrankheit von Literaten, dass sie sich nie angreifbar machen.» Sein Motto dagegen sei: «Haltung zeigen und gegebenenfalls mit fliegenden Fahnen untergehen.» Dennoch konnte er sich die erste Vorführung des Films nicht zu Ende ansehen. «Ich musste weg und heulen», gestand Strunk.




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