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10. Oktober 2008
Opiumproduktion in Afghanistan


Budapest - Die NATO berät am Donnerstag über die Drogenbekämpfung in Afghanistan. 90 Prozent der weltweiten Opiumproduktion entfallen auf das asiatische Land. Vielen afghanischen Bauern sichert der Anbau von Schlafmohn, aus dem Opium gewonnen wird, ihren Lebensunterhalt: Nach einer Erhebung des UN-Büros gegen Drogenkriminalität (UNODC) im Jahr 2007 verdienten die Bauern, die Mohn anbauten, im Schnitt gut doppelt so viel wie andere Landwirte.

Die Weiterverarbeitung des Schlafmohns zu Opium und Heroin sowie der Verkauf der Drogen ins Ausland gilt aber auch als wichtige Einnahmequelle der aufständischen Taliban. Nach Einschätzung der NATO verdienen sie damit rund 70 Millionen Euro pro Jahr.

Der Anbau von Schlafmohn konzentriert sich zunehmend im Süden Afghanistans, wo auch die Taliban am stärksten sind. Laut UNODC entfielen in diesem Jahr 98 Prozent der afghanischen Opiumproduktion auf sieben Provinzen im Südwesten des Landes: Helmand, Kandahar, Urusgan, Farah, Nimros, Daikundi and Sabul. Allein in Helmand würden gut zwei Drittel des afghanischen Opiums produziert, heißt es in dem nach der diesjährigen Ernte im August veröffentlichten Bericht.

In Nordafghanistan, wo das deutsche Kontingent der NATO-Schutztruppe ISAF stationiert ist, ging die Opiumproduktion in diesem Jahr laut UNODC um rund 90 Prozent zurück. Die Gründe dafür seien ein entschlossenes Vorgehen einzelner Provinzgouverneure, der Aufbau alternativer Wirtschaftszweige, aber auch ein großflächiger Ernteausfall wegen extremer Trockenheit, schreiben die UN-Experten.

Landesweit schrumpfte zwar die Anbaufläche gegenüber dem Allzeithoch des Jahres 2007 um 19 Prozent auf jetzt 160.000 Hektar, die Menge des insgesamt gewonnenen Opiums sank aber wegen höherer Ernteerträge pro Hektar nur um sechs Prozent auf 7.700 Tonnen. Diese Menge reiche für die Produktion von 1.100 Tonnen Heroin, schreibt UNODC.








 
 



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