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10. Oktober 2008
(Update) - Sorge um Autokonjunktur lässt Aktien abstürzen


New York - Die Sorge um eine weltweite Abkühlung der Autokonjunktur hat die Aktien der großen Hersteller auf Talfahrt geschickt. Die Aktie des Opel-Mutterkonzerns General Motors fiel an der New Yorker Börse auf einen historischen Tiefstand. An der Frankfurter Börse mussten BMW- und Daimler-Papiere ebenfalls drastische Verluste hinnehmen.

Der Aktienkurs von GM stürzte zeitweise um 22 Prozent auf 5,41 US-Dollar ab, den tiefsten Stand seit 1950. Damit zog der Wert in der Nacht zum Freitag auch den Leitindex Dow Jones in die Tiefe. Die Aktien des Konkurrenten Ford fielen in New York um mehr als zehn Prozent. Die BMW-Aktie verlor bis Freitagnachmittag knapp 11,6 Prozent, Daimler knapp 10,4 Prozent.

Der Absturz der Anteilscheine war offenbar dadurch ausgelöst worden, dass Analysten einen schwächeren Autoabsatz in weiten Teilen der Welt erwarten. In den USA sagen Fachleute für 2008 nur noch Autoverkäufe von 13,6 Millionen Fahrzeugen sowie von 13,2 Millionen Fahrzeugen für 2009 voraus. Im vergangenen Jahr waren in den Vereinigten Staaten noch 16,1 Millionen verkauft worden.

Absatzprobleme in Nordamerika

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht für die Autoindustrie derzeit kaum Chancen, sich aus eigener Kraft aus dem Abwärtstrend zu befreien. Vor allem die großen US-Hersteller Chrysler, Ford und GM seien ohne staatliche Kredite nicht zu retten, sagte Dudenhöffer der AP. In dem 700 Milliarden Dollar umfassenden Rettungspaket der US-Regierung seien erhebliche Mittel auch für die Autoindustrie vorgesehen.

Dudenhöffer sagte, die Autoindustrie sei durch die Finanzmarktkrise unmittelbar betroffen. Zwei Drittel aller Neuwagenkäufe würden heute über Finanzierung oder Leasing abgewickelt. Die Autofinanzierer hätten sich bislang zu günstigen Konditionen Geld auf dem Kapitalmarkt beschafft und mit Null-Zinsen- oder Null-Anzahlungsmodellen Fahrzeuge in den Markt gedrückt. Dies sei nun vorbei. Damit aber werde auch ein Teil des Geschäfts auf der Strecke bleiben.

Der Europachef von GM, Carl-Peter Forster, hatte am Donnerstag die EU und die europäischen Nationalstaaten zur Unterstützung der schwächelnden Autoindustrie aufgerufen. Der Absatz von Opel und der Schwestermarke Vauxhall war im September europaweit um mehr als 14 Prozent eingebrochen. Die GM-Marke Saab verkaufte zeitgleich etwa 30 Prozent Autos weniger. General Motors hatte bereits vor zwei Tagen einen befristeten Produktionsstopp in den meisten europäischen Werken angekündigt. Allein bei der Kernmarke Opel sollen bis Jahresende 40.000 Autos weniger vom Band laufen.

General Motors ist in der aktuellen Krise massiv gefährdet, weil der Konzern auch in den Boom-Jahren Milliardenverluste einfuhr. Der Konzern wurde in den vergangenen Jahren durch steigende Gesundheitsausgaben für seine Mitarbeiter stark belastet. Dazu kam, dass GM lange Zeit auf schwere Geländewagen und Pick Ups setzte, die viel Benzin verbrauchen. Als Benzin in den vergangenen Jahren immer teurer wurde, verschärften sich für GM die Absatzprobleme auf dem nordamerikanischen Markt.








 
 



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