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10. Oktober 2008

(Update) - Bundesbürger von Finanzmarktkrise beunruhigt



Mainz - Die weltweite Finanzmarktkrise beunruhigt die Bundesbürger deutlich, von Panik ist aber noch keine Rede. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten neuen ZDF-Politbarometer hervor. Der Börsencrash hat bei den Befragten inzwischen auch die Arbeitslosigkeit klar als Thema Nummer Eins verdrängt. Die Unsicherheit schlägt auch auf die Politik durch. Verlierer waren in der Umfrage die Parteien der Großen Koalition: Nach der Bayern-Wahl erlitten sowohl CDU/CSU als auch SPD deutliche Stimmungseinbußen.

Das Thema Finanzmarktkrise wird von 49 Prozent der insgesamt 1.276 von der Forschungsgruppe Wahlen befragten Deutschen als wichtigstes politisches Problem genannt. Es lag damit deutlich vor der Arbeitslosigkeit mit 32 Prozent. Dass aufgrund der Krise auf den Finanzmärkten das Bankensystem in Deutschland zusammenbrechen kann, glauben lediglich 22 Prozent, 41 Prozent glauben das nicht. Allerdings trauen sich dazu 37 Prozent dazu kein Urteil zu.

Dass die Bundesregierung eine Garantie für die Spareinlagen und die Girokonten abgegeben hat, finden 72 Prozent richtig, nur 8 Prozent falsch. Trotz dieser Garantie halten allerdings nur 55 Prozent ihre persönlichen Spareinlagen und die Guthaben auf Girokonten für sicher, 37 Prozent dagegen für unsicher.

Neben den Sorgen um die eigenen Vermögenswerte sind die Deutschen auch deutlich pessimistischer geworden, was die allgemeine Entwicklung der Wirtschaftslage angeht. Meinten im September nur 36 Prozent, dass es mit der Wirtschaft in Deutschland eher abwärts geht, sind es jetzt 55 Prozent. Eine Aufwärtsentwicklung sehen nur noch 7 Prozent (September: 13 Prozent). Von einer gleichbleibenden Entwicklung gehen jetzt 35 Prozent aus (September: 49 Prozent).

FDP und Linke legen zu

In der politischen Stimmung büßten sowohl CDU/CSU als die SPD je drei Prozentpunkte ein. Die Unionsparteien kommen dabei jetzt auf 39 Prozent und die Sozialdemokraten auf 25 Prozent. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen eine größere Rolle spielen. Dann kämen CDU/CSU auf 38 Prozent (minus 2), die SPD auf 25 Prozent (minus 1), die FDP auf 11 Prozent (plus 2), die Linke auf 12 Prozent (plus 1), die Grünen auf 8 Prozent (minus 1) und sonstige Parteien zusammen auf 6 Prozent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte ihren Vorsprung vor SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier weiter ausbauen: Für sie sprechen sich jetzt 53 Prozent (im Vergleich zu September: plus 2) aus, für Außenminister Steinmeier nur noch 31 Prozent (minus 5). Besonders deutlich ist dabei die Zustimmung für Steinmeier bei den SPD-Anhängern zurückgegangen. Hier kommt er jetzt nur noch auf 60 Prozent (minus 9).

Die Finanzmarktkrise beeinträchtigt aber auch das Ansehen der Spitzenpolitiker insgesamt. Angeführt wird die Top Ten weiterhin von Merkel, auch sie erlitt aber deutliche Einbußen und kommt auf der Skala von plus 5 bis minus 5 jetzt noch auf einen Durchschnittswert von 1,6 (September: 2,2). Auf Platz zwei liegt mit ebenfalls großen Verlusten Steinmeier mit 1,5 (2,0). Es folgt Peer Steinbrück mit 1,2 (1,3).

Wieder zu den zehn wichtigsten Politikern in Deutschland wird der designierte SPD-Chef Franz Müntefering gerechnet, der auf 0,9 kommt (September: 1,4). Der scheidende bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein liegt mit minus 0,4 praktisch gleichauf mit dem zurückgetretenen SPD-Chef Kurt Beck weit hinten.






 

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