Der Dalai Lama ist am Freitag wegen Gallensteinen operiert worden. Der Eingriff sei erfolgreich verlaufen, es habe sich um eine Routinesache gehandelt, sagte der Sprecher des 73-Jährigen in Neu-Delhi. Das geistliche Oberhaupt der buddhistischen Tibeter war am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Anfang der Woche hatte sich der Dalai Lama in Neu-Delhi einer medizinischen Untersuchungen unterzogen und wollte eigentlich am Donnerstag an seinen Exilsitz Dharamsala in Nordindien zurückkehren. Bereits Ende August war der Friedensnobelpreisträger mit Bauchbeschwerden und Erschöpfungserscheinungen in eine Klinik in Bombay eingeliefert und nach wenigen Tagen wieder entlassen worden. Eine geplante Reise nach Europa sagte er auf ärztlichen Rat hin ab.
Der Dalai Lama verbringt jedes Jahr mehrere Monate im Ausland. Dabei gibt er geistliche Unterweisungen und wirbt für die Sache Tibets, das in den 1950er Jahren von China besetzt wurde. Die vergangenen Monate mit den antichinesischen Protesten in Tibet im März und deren anschließender blutiger Niederschlagung waren für den 73-Jährigen offenbar besonders anstrengend. Peking warf ihm vor, die Proteste geschürt zu haben. Der Dalai Lama wies dies zurück und betonte, er sei immer gegen Gewalt gewesen und bemühe sich nur um mehr Autonomie für Tibet.
Unter den Exiltibetern in Dharamsala herrschte nach der Nachricht von der Operation Sorge um den Gesundheitszustand des 73-Jährigen. «Was wird passieren, wenn er nicht da ist?», sagte der 28-jährige Tenzin Ngodup. Die Menschen in Tibet würden große Hoffnungen und Vertrauen in den Dalai Lama setzen, und «wenn der Dalai Lama geht, werden sie alle Hoffnung verlieren».
