Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollen die einheimischen Sicherheitskräfte bei der Drogenbekämpfung künftig verstärkt unterstützen. Eigenständige Einsätze gegen Drogenschmuggler oder -labore werde es aber nicht geben, teilte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag nach Beratungen mit seinen NATO-Kollegen in Budapest mit. Die Minister hatten zuvor beschlossen, dass die NATO-Truppe ISAF künftig auch gegen Opiumproduzenten und -händler vorgehen könne.
«Wir werden einzelne Aktivitäten unterstützen im Bereich Aufklärung von Transportwegen, medizinische Unterstützung und Absicherung von Operationen der Afghanen», sagte Jung. Diese Aufgaben seien durch das Mandat der Bundeswehr in Afghanistan gedeckt.
Die anderen Truppenstellernationen der ISAF könnten aber auch robuster gegen Drogenbarone vorgehen, sofern die afghanischen Behörden zustimmten, erklärte der Bundesverteidigungsminister. Vor allem die USA und Großbritannien hatten auf eine entsprechende Ermächtigung für ihre Truppen gedrungen, die im besonders umkämpften Süden Afghanistans stationiert sind. Im Süden floriert auch der Drogenanbau, der als wichtige Einnahmequelle der aufständischen Taliban gilt.
