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10. Oktober 2008
Frankfurter Zukunftsrat fordert radikales Umdenken im Bildungswesen


Berlin - Ohne ein radikales Umdenken in der Bildungspolitik wird Deutschland nach Ansicht des Frankfurter Zukunftsrates im internationalen Vergleich nicht bestehen. Das Gremium stellte am Freitag in Berlin seine Bildungsinitiative vor, die den Lehrerberuf neu definiert, die «Entbeamtung» der Lehrer fordert und eine Ganztagsbetreuung ab der Grundschule vorsieht.

«Lehrer müssen wieder Erzieher werden», sagte der stellvertretende Vorsitzende des Zukunftsrates, Bernhard Bueb. Sie sollten sich nicht nur als «Unterrichter» verstehen, sondern zu «Menschenbildnern» werden. Lehramtsstudenten müssten ihre grundsätzliche Berufseignung bereits am Anfang des Studiums prüfen, forderte der Pädagoge.

Die deutsche Bildungspolitik setzt nach Ansicht des Zukunftsrates zu sehr auf Wissenserwerb und vernachlässigt die Persönlichkeitsbildung der Kinder. Um den Bildungs- und Erziehungsauftrag gleichermaßen zu erfüllen sei es nötig, die Ganztagsschule flächendeckend einzuführen. Die Ganztagserziehung müsse schon im Kindergarten eingeführt werden und ab der Grundschule verpflichtend sein.

«Der gesamte Bildungsbereich gehört entbeamtet», sagte der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Das Beamtentum der Lehrer setze bei Abiturienten falsche Anreize. Viele Lehramtsstudenten strebten den Beruf wegen der Sicherheiten an.

Der Frankfurter Zukunftsrat wurde im März 2008 von 30 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wissenschaft gegründet. Diese wollen ganzheitliche Konzepte zur Zukunft Deutschlands entwerfen und an die Politik herantragen.








 
 



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