Nach dem ersten Vogelgrippe-Fund in Deutschland in diesem Jahr ist der gesamte Bestand des betroffenen Geflügelhofs getötet worden. In der Geflügelfarm in Ostsachsen wurden in der Nacht zu Freitag insgesamt 1.400 Tiere gekeult, wie das Landesgesundheitsministerium mitteilte. Die Behörden richteten eine Sperrzone rund um den Hof ein, um ein Ausbreiten des Virus zu verhindern. Bei einer Ente war zuvor das Vogelgrippevirus H5N1 festgestellt worden.
Das Fritz-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Ostseeinsel Riems überprüft nun, ob die Risikobewertung für die Bundesrepublik heraufgesetzt wird. Eine Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AP, das hänge auch davon ab, auf welche Weise das Virus eingeschleppt worden sei. Bislang sei der Infektionsweg noch nicht klar. Das Vogelgrippe-Risiko für Deutschland war zuletzt im April auf «mäßig» herabgestuft worden. Als Infektionsquelle kommen unter anderem illegal eingeführte infizierte Tiere oder Abfälle und Wildvögel in Betracht.
Der Sprecher des Dresdner Gesundheitsministeriums, Ralph Schreiber, sagte, auch bei weiteren Tieren des Hofs hätten erste Proben Hinweise auf Vogelgrippe geliefert. Daraufhin sei die Keulung des gesamten Bestands veranlasst worden. Die Maßnahmen seien Freitagfrüh abgeschlossen worden. Zuletzt war die Vogelgrippe im vergangenen Dezember bei einem privaten Hühnerhalter im Land Brandenburg aufgetreten.
Die Veterinärbehörden begannen unterdessen damit, weitere Geflügelbestände in der Sperrzone drei Kilometer um den betroffenen Hof in der Gemeinde Markersdorf zu untersuchen. Es würden alle Maßnahmen ergriffen, die bei solchen Fällen geboten seien, um eine Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, hieß es.
