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10. Oktober 2008
Skype-Chats in China gefiltert und gespeichert


New York - Chats von Skype-Nutzern in China sind dort offenbar systematisch erfasst, nach kritischen Begriffen gefiltert und gespeichert worden. Dem kanadischen Wissenschaftler Nart Villeneuve von der Universität Toronto gelang es, in Server des chinesischen Skype-Vertriebspartners Tom Online einzudringen, wo er mehr als eine Million Textbotschaften fand.

Ausgefiltert wurden offenbar Chat-Botschaften, in denen Begriffe wie Demokratie, Tibet und Milchpulver vorkamen - China machte zuletzt Schlagzeilen mit verseuchten Milchprodukten. Skype hat bereits 2006 erklärt, dass die chinesische Version der Kommunikationssoftware nach politisch sensiblen Begriffen sucht und die entsprechenden Mitteilungen nicht an den Empfänger weiterreicht. Dass sie auch gespeichert werden, war bislang nicht bekannt.

Skype-Präsident Josh Silverman teilte mit, das Unternehmen habe erst in der vergangenen Woche von der Speicherung der Chats erfahren. Danach sei Tom Online von der Sicherheitslücke seiner Server unterrichtet worden, was inzwischen behoben worden sei. Außerdem stehe man mit dem chinesischen Unternehmen in Kontakt, um über den Umgang mit sensiblen Chats zu beraten.

Skype galt lange als Alptraum der Ermittlungsbehörden, weil der Datenverkehr offenbar verschlüsselt wird und im Internet kaum abgefangen werden kann. In jüngster Zeit häuften sich aber Berichte, wonach es eine «Hintertür» geben soll, über die Sicherheitsbehörden in den USA und Europa Zugang zur Skype-Kommunikation erhalten sollen.








 
 



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