Bestandteile von Kunststoffen gefährden Gesundheit und Umwelt in zunehmendem Maße. Verschiedene Forscher berichten in der Zeitschrift «Environmental Research», wie Weichmacher, Flammschutzmittel und der Plastikgrundstoff Bisphenol A in den Hormonhaushalt von Menschen und Tieren eingreifen.
Demnach können Weichmacher oder Phtalate die Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron blockieren, Bisphenol A wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen, und Flammschutzmittel können die Wirkung des Schilddrüsenhormons stören. Die Stoffe entweichen den Forschern zufolge in die Umwelt und reichern sich dort an. Gefährdet seien vor allem ungeborene Kinder sowie Säuglinge, schreibt der Biologe Frederick vom Saal von der Universität von Missouri in Columbia.
Zwei Studien zufolge stören Phtalate bei Mäusen und Menschen die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane. Zwei weitere Publikationen deuten darauf hin, dass Bisphenol A und die als Flammschutzmittel verwendeten polybromierten Diphenylether (PBDE) bei Mäusen und Ratten die Entwicklung des Gehirns schädigen und zu Verhaltensänderungen führen.
Der kalifornische Meeresforscher Charles James Moore weist darauf hin, dass der Meeresmüll inzwischen zu 60 bis 80, stellenweise sogar zu über 90 Prozent aus Kunststoff besteht. Dies gefährde Tiere, die im oder am Meer lebten, betont der Wissenschaftler. Insgesamt seien bisher Schäden bei 267 Arten dokumentiert.
(Quelle: «Environmental Research», Vol. 108, S. 127-184)
