Eine Asthmaerkrankung sollte für Frauen kein Grund sein, ihren Kinderwunsch aufzugeben. Voraussetzung sei allerdings, dass die Erkrankung ausreichend mit Medikamenten kontrolliert werde, denn jeder schwere Asthmaanfall gefährde auch die Gesundheit des Ungeborenen, schreiben der Leipziger Internist Adrian Gillissen und der Krefelder Gynäkologe Jörg Baltzer in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift».
Die Angst vor Kortison-Spray sei zwar auch bei Ärzten verbreitet, aber nicht berechtigt, erklären die Mediziner. Zwar sei das Risiko von Fehlbildungen bei Verwendung von Kortisonsprays mit neun Prozent leicht erhöht. Der Verzicht auf dieses wirksame Mittel könne dem Ungeborenen jedoch größeren Schaden zufügen. Denn bei einem schweren Asthmaanfall leide nicht nur die Mutter unter schwerer Atemnot, auch das Kind bekomme zu wenig Sauerstoff, was es weniger gut verkrafte als die Mutter.
«Jeder Asthmaanfall während der Schwangerschaft ist ein Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss», erklärt Gillissen. Dort kümmerten sich dann neben den Lungenspezialisten auch Frauenärzte um Mutter und Ungeborenes. Eine Überwachung mit Ultraschall und Aufzeichnung von Wehen und Herztönen des Kindes sei Pflicht, schreibt Baltzer. Die meisten Schwangeren mit Asthma könnten normal entbinden. Ein Asthmaanfall in den Wehen sei sehr selten, da der weibliche Organismus unter dem Geburtsstress vermehrt Kortisol bilde.
