Das Europaparlament hat jetzt offiziell die «Ode an die Freude» aus der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven als EU-Hymne festgeschrieben - zumindest für sich selbst. Die Abgeordneten beschlossen am Donnerstag mit 503 zu 96 Stimmen, die «Ode an die Freude» sowie die EU-Flagge mit zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund und das EU-Motto «Einig durch Vielfalt» als Symbole für die Europäische Union in das Regelwerk des Europaparlaments aufzunehmen.
Diese drei Symbole waren auch in dem später gekippten europäischen Verfassungsentwurf enthalten. Aus dem neuen Reformvertrag von Lissabon wurden sie von den Staats- und Regierungschefs wieder herausgenommen, weil sie sich über deren Symbolkraft nicht einig waren. Kritiker haben geltend gemacht, dass eine offizielle Hymne, eine Flagge und ein Motto zur Schaffung eines europäischen Superstaates führen würde. Dagegen argumentieren die Befürworter, die Symbole seien für den Aufbau einer eigenen europäischen Identität notwendig.
Der konservative britische Europaabgeordnete Timothy Kirkhope bezeichnete die Debatte über die Symbole als «unnötig, provokant und Zeitverschwendung». Viele schienen nicht zu begreifen, dass die Menschen in Europa nicht Teil einer europäischen Nation sein wollten.
