Berlin - Die USA sind bereit, sich nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls zu einer konkreten Zielvorgabe für die Reduzierung von Treibhausgasen zu bekennen. Das machte der für Klimaschutz zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, Daniel Sullivan, am Freitag bei einem Besuch in Berlin deutlich. Die von US-Präsident George W. Bush initiierte Konferenz führender Industrienationen, die Ende September in Washington stattfindet, solle ein erster Schritt zu einer gemeinsamen Zielsetzung sein.
«Wir sehen dies als Beginn eines Prozesses», sagte Sullivan. Bis Ende 2008 wolle man zu einem Ergebnis kommen. Zur Frage, ob dieses Ergebnis auch eine konkrete Zahl für die CO2-Reduzierung beinhalten werde, sagte Sullivan: «Wir hoffen darauf.»
Bush hatte vor einer Woche die EU, die UN sowie 15 wichtige Industrie- und Schwellenländer für den 27. und 28. September nach Washington eingeladen, um über den Klimaschutz nach dem Kyoto-Protokoll ab 2012 zu beraten. Gastgeberin wird Außenministerin Condoleezza Rice sein. Auch Bush wird zu den Teilnehmern sprechen.
Wer von deutscher Seite teilnimmt, steht noch nicht fest. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zwei Tage vor der Konferenz eine Rede vor der UN-Vollversammlung in New York halten, in der der Klimaschutz voraussichtlich eine wesentliche Rolle spielen wird.
Sullivan betonte, dass die USA mit ihrer Klima-Initiative nicht in Konkurrenz zur UN treten wollen. «Das ist kein rivalisierender Prozess», sagte er. Im Gegenteil solle das Treffen in Washington die Verhandlungen innerhalb der Vereinten Nationen beschleunigen. «Wir können eine Menge Arbeit in dieser Gruppe bewältigen», sagte er. Im Dezember findet auf der indonesischen Insel Bali eine UN-Konferenz zum Thema Klimaschutz nach dem Kyoto-Protokoll statt.