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10. Mai 2008
Jedes dritte Kind in Sachsen-Anhalt wächst in Armut auf


Magdeburg - Jedes dritte Kind in Sachsen-Anhalt wächst in Armut auf. Das ergab der 2. Armuts- und Reichtumsbericht des Landes, der am Freitag in Magdeburg vorgestellt wurde. Den Daten zufolge leben in dem neuen Bundesland 32,6 Prozent der bis zu 15-Jährigen in Familien, die auf Arbeitslosengeld II und Sozialgeld angewiesen sind.

Besonders stark betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden, von denen beinahe jede zweite und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt den Lebensunterhalt am Rande der Armutsgrenze bestreiten muss. Insgesamt beziehen 17,8 Prozent der Sachsen-Anhalter zwischen 15 und 65 Jahren ALG II und 4,4 Prozent Sozialgeld. Damit stehen ihnen laut der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die gemeinsam mit dem Sozialministerium des Landes den Bericht initiierte, weniger als 40 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung, was die WHO als arm definiert.

14 Prozent der Bewohner Sachsen-Anhalts sind dem Bericht zufolge von Armut bedroht. Sie müssen von weniger als 60 Prozent des hiesigen Durchschnittseinkommens leben, das mit 1.240 Euro im Monat beziffert wird. Mehr Arbeit und eine gerechte Entlohnung seien die zentralen Elemente im Kampf gegen Armut, sagte Sozialstaatssekretärin Christiane Dienel. Es sei ein Skandal, dass im Jahr 2008 eine Vollzeitbeschäftigung nicht in jedem Fall ausreicht, «um von diesem Lohn in Würde leben zu können».

Das betreffe besonders Frauen. So würden in Sachsen-Anhalt nicht selten Stundenlöhne von drei Euro für eine Friseurin, vier Euro für eine Wachschutzmitarbeiterin, gut fünf Euro für eine Floristin oder 6,23 Euro für eine Pflegekraft gezahlt. Wenn es den Tarifparteien nicht gelinge, eine existenzsichernde Entlohnung zu vereinbaren, müsse der Staat eingreifen. «Dann muss es flächendeckend Mindestlöhne geben», forderte die Staatssekretärin.

Sie sprach sich ferner für eine Reform der Familienförderung in Deutschland mit mehr Sachleistungen und für eine Novellierung bis Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer Förderung von Familien mit Kindern aus.







 
 



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