Abenteurer wollen Antarktis in Ruderboot durchqueren
Geltow - Sechs Abenteurer aus Deutschland und Polen wollen im kommenden November in einem offenen Rettungsboot das eisige Wedellmeer am Südpol durchqueren. Sie wollen damit eine Expedition zur Rettung schwedischer Schiffbrüchiger aus dem Jahr 1903 nachstellen, wie Expeditionsleiter Henryk Wolski in Geltow bei Potsdam sagte. Dort wurde der eigens angefertigte Nachbau eines schwedischen Walfangbootes getauft.
In den kommenden Monaten soll das mit einem Gaffelsegel und sechs Rudern ausgestattete Boot per Schiff bis zum Startpunkt auf der kleinen Insel Paulet Island im antarktischen Wedellmeer transportiert werden. Von dort aus wollen sich die fünf Männer und eine Frau während des südlichen Sommers im November auf die 200 Seemeilen lange Reise durch das Eismeer nach Snow Hill Island machen. Dabei vertrauen sie für den Antrieb nur auf das Segel und ihre Muskelkraft.
«Wir wollen an die beeindruckende menschliche und seemännische Leistung des Kapitäns Carl Anton Larsen erinnern», sagte Wolski. Der Norweger hatte im Februar 1903 mit seinem Schiff «Antarctic» eine kleine Gruppe Wissenschaftler von deren Überwinterungsstation auf Snow Hill Island abholen wollen. Er geriet aber in eine Eispressung, die «Antarctic» sank in der eisigen See.
Larsen konnte mit 20 Schiffbrüchigen in Ruderbooten Paulet Island erreichen. Dort musste die Gruppe in einer selbst errichteten Steinhütte überwintern. Im folgenden Oktober wagten Larsen und fünf weitere Männer den Versuch, in einem der Rettungsboote Snow Hill Island zu erreichen. Nach neun Tagen kamen sie tatsächlich dort an. Nur Stunden zuvor hatte dort ein argentinisches Schiff angelegt, dass zur Bergung der Wissenschaftler ausgesandt worden war. Am Ende konnten alle Beteiligten gerettet werden.