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10. Mai 2008
Familie traut Islamisten aus Saarland Anschlag zu


Mainz - Die Schwester des im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet vermuteten Terrorverdächtigen Eric B. aus dem Saarland traut diesem einen Selbstmordanschlag zu. Anke B. sagte in einem vorab veröffentlichten ZDF-Interview für das «heute journal» am Freitagabend, die Angst sei immer sehr groß, dass sie eine entsprechende Schlagzeile lesen müsse mit der Nachricht: «...hat sich heute morgen in die Luft gesprengt». Sie sagte: «Man ist eigentlich um jeden Tag froh, an dem nichts passiert ist.»

Das Bundeskriminalamt warnt seit dem 1. April dieses Jahres vor dem deutschen Islamisten. Der 20-jährige Eric B. hatte sich kurz danach per E-Mail aus dem pakistanischen Peschawar gemeldet. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte er in einem Ausbildungslager der terroristischen IJU (Islamische Jihad Union) trainiert. Wiederholt tauchten Videos der IJU im Internet auf, die darauf schließen lassen, dass sich der junge Saarländer als Attentäter oder Kämpfer am sogenannten Heiligen Krieg in Afghanistan beteiligen will. Sein Ziel sollen vor allem deutsche Soldaten oder Polizisten in Kundus, Masar-i-Scharif und Kabul sein.

Die Schwester äußerte sich in dem Interview über den Verlauf der Radikalisierung ihres Bruders im Jahr 2007: Aus dem sehr lebenslustigen Jungen, der immer mit Freunden unterwegs gewesen sei und viel Sport getrieben habe, sei unter dem Einfluss eines islamistischen Freundes ein extrem religiöser Mann geworden. Er habe seinen Lebensstil radikal verändert und sei zum Sprachstudium nach Ägypten gezogen.


Terror-Pläne der Familie gegenüber bestritten

«Ich kann es mir eigentlich von sich aus nicht vorstellen, dass er so weit gehen würde, dass er einen Menschen wirklich umbringen würde», sagte Anke B. «Allerdings wenn man sich die Entwicklung anschaut, die er im letzten Jahr genommen hat, ist es natürlich nicht auszuschließen, dass er mittlerweile so weit ist, dass er sagt, ich würde es machen. Ich hoffe, dass er irgendwo noch ein bisschen Vernunft in sich hat und sich sagt "Nee, das kann ich nicht machen".»

Der Familie gegenüber habe er bestritten, dass er entsprechende Pläne habe. Er habe immer wieder gesagt: «Nein, da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Ich will nicht in einen Heiligen Krieg ziehen, ich bin kein Terrorist.»







 
 



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