Köln - Der " eBay"-Betrug gehört heute leider schon zur Tagesordnung. Meist ist der Käufer der Geschädigte, weil er seine ersteigerte und bezahlte Ware nicht bekommt. Daher wickeln "eBay"-Kunden ihre Geschäfte meist über den vom Unternehmen angebotenen Treuhandservice ab, der dem Käufer und Verkäufer einen optimalen Handel gewährleisten soll.
Wie der Experte des RTL-Magazins "EXTRA", Burkhard Kress, jedoch herausfand, nutzt eine europaweit organisierte kriminelle Vereinigung unter rumänischer Führung aber eben diesen Sicherheitsdienst aus. So schleust sich die rumänische Bande bei "eBay" ein und gibt sich als Treuhand aus, indem sie falsche E-Mails im Namen der echten Treuhand an den Verkäufer schickt.
Diese Mails bestätigen angeblich den Eingang der Zahlung für das ersteigerte Produkt. Die betrügerischen Strippenzieher aus Rumänien übernehmen also die Rolle der Käufer als auch die des Treuhandservices. Der ahnungslose Verkäufer wird dann in der Regel aufgefordert die Ware an eine Mietadresse in Italien, Spanien oder England zu schicken. Das Geld für die Ware wird er aber niemals bekommen.
Durch einen Trick lockte Experte Brukhard Kress die Täter in eine Falle. Er bot eine teure Uhr bei "eBay" zur Versteigerung an. In der Tat tauchte ein Interessent auf. Der RTL-Reporter bekam eine gefälschte E-Mail der Bande und verfolgte die Spur nach Mailand zurück, wo unter einer Mietadresse in einem Copyshop bereits rund 20 Päckchen von Geschädigten lagerten. Kress alarmierte die Polizei. Zwei beteiligte Rumänen wurden verhaftet.
"Bis zum heutigen Tag war uns die Betrugsmethode nicht bekannt", gestand Dirk Volkland, Leiter der Kripo Potsdam, ein. "Wir werden mit 'Ebay' nötige Schritte einleiten." Neuesten Recherchen zufolge unterhalten die Täter allein in Italien circa 20 Postadressen, wo pro Tag im Schnitt 20 Pakete mit einem Wert von etwa 20.000 Euro eingehen. Das bedeutet einen täglichen Umsatz von 400.000 Euro für die Betrüger. Die Zahl der falschen Treuhandservices soll sich gegenwärtig auf rund 120 belaufen.
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