|
09. Dezember 2008
Dialog über Islam
Berlin - Die Bundesregierung will mit einer neuen Internetseite zu mehr Toleranz zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland beitragen. Auf der Seite «deutsche-islam-konferenz.de» können Interessenten über Themen wie «Islam im Schulalltag» diskutieren. Zudem wird über die Arbeit der vor gut zwei Jahren gegründeten Deutschen Islam-Konferenz berichtet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble schaltete die Seite am Montag in Berlin offiziell frei.
Jeden Monat sollen die Nutzer ein neues Diskussionsthema auswählen. Das Januar-Thema steht schon fest: Es wird um «Medien und Muslime» gehen. Für März stehen die Themen «Moscheebau ohne Konflikte», «Religionsfreiheit» und «Streitpunkt Kopftuch?» zur Wahl.
Beteiligen an den Debatten - die bewusst in deutscher Sprache geführt werden sollen - kann sich jeder. Allerdings werden die Beiträge von einer Redaktion gefiltert, so dass verfassungsfeindliche oder beleidigende Texte nicht veröffentlicht werden können, wie es hieß. In der in Nürnberg ansässigen Reaktion sitzen den Angaben zufolge vor allem Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sowie des Bundesinnenministeriums.
Schäuble (CDU) sagte, Ziel sei es, allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, eine offene und pluralistische Diskussion über die Vielfalt der Themen zu führen. Er selbst wolle auch «ab und zu» mitdiskutieren. «Das Entscheidende ist das Miteinander. Was wir nicht wollen, ist das Nebeneinander.» Das gegenseitige Verstehen und Verständnis könne nur im Gespräch wachsen. Die Freischaltung der Seite sei als Zeichen des Respekts gegenüber Muslimen in Deutschland bewusst auf den höchsten islamischen Feiertag, das Opferfest, gelegt worden, sagte der Innenminister.

|