Die schwer angeschlagene Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB hat auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 weiter hohe Verluste einstecken müssen. Von April bis Ende Juni belief sich der Fehlbetrag auf 540 Millionen Euro, wie das Geldinstitut am Mittwochabend mitteilte. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag das Minus bei 502 Millionen.
Das Konzernergebnis sei weiterhin stark durch die Krise der Bank und die Turbulenzen an den Finanzmärkten beeinflusst, erklärte das an den Finanzinvestor Lone Star verkaufte Institut. Zwar sei durch das milliardenschwere Rettungspaket von KfW und Bankenverbänden eine Stabilisierung der Finanz- und Vermögenslage erreicht worden. Für die notwendige adäquate Refinanzierung der Bank sei jedoch auch eine Normalisierung der Kapitalmärkte und die Wiederherstellung des Vertrauens in die Banken erforderlich.
Die IKB war noch vor ihrem Verkauf durch die staatseigene KfW mit einer Kapitalspritze von 1,25 Milliarden Euro ausgestattet worden. Die EU-Kommission muss dem allerdings noch zustimmen. Eine Entscheidung soll bis Ende Oktober fallen.
Negativ zu Buche schlugen im ersten Quartal vor allem Bewertungsverluste in Höhe von 423 Millionen Euro. Hinzu kommt ein negatives Ergebnis aus Finanzanlagen von 96,2 Millionen Euro. Positiv entwickelten sich den Angaben zufolge allerdings die Kerngeschäftsfelder der IKB: Im Bereich Firmen- sowie Immobilienkunden und Strukturierte Finanzierung konnte das krisengeschüttelte Institut einen Gewinn von 49 Millionen Euro nach 51 Millionen im Vorjahreszeitraum verbuchen.
Die einst solide Mittelstandbank IKB war im Juli 2007 als erste deutsche Bank in den Sog der US-Immobilienkrise geraten. Sie hatte sich mit Ramschhypotheken massiv verspekuliert und konnte seitdem nur mit rund zehn Milliarden Euro an öffentlichen Geldern vor der Pleite bewahrt werden. Die Großaktionärin KfW, die durch ihr Engagement selbst in tiefrote Zahlen gerutscht war, hatte nach Ausbruch der Krise den Notverkauf eingeleitet. Nach monatelangen Verhandlungen ging das Institut im August für nur gut 100 Millionen Euro an den US-Investor Lone Star.
