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09. Oktober 2008
(Update) - Bahn-Börsengang wird verschoben


Berlin - Wegen der akuten Finanzmarktkrise wird der für den 27. Oktober geplante Börsengang der Deutschen Bahn verschoben. Eine entsprechende Meldung der «Financial Times Deutschland» wurde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP zuverlässig bestätigt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Ob der Börsengang, wie die «FTD» meldete, noch im November stattfinden soll, ist offen und im wesentlichen von der Lage an den Märkten abhängig.

Der Lenkungsausschuss des Eigentümers Bundesregierung, dem Bahn-Vorstandsmitglieder und hohe Beamte aus den Ministerien für Wirtschaft, Finanzen und Verkehr angehören, wollte am Donnerstag verschiedene Szenarios für eine Wiederaufnahme des Börsengang-Zeitplans diskutieren. Ursprünglich sollte am kommenden Montag die Zeichnungsfrist für Privatanleger beginnen. Das ist jetzt abgesagt. Noch am Abend sollte eine Telefonkonferenz des Aufsichtsratspräsidiums der DB AG zu dem Thema stattfinden.

Der Börsengang war Schlüsselelement der Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. Nach jahrelangem Hin und Her über Art und Umfang der Privatisierung des letzten deutschen Staatskonzerns sollten von der Personen- und Güterverkehrssparte des Konzerns, die nun «DB Mobility Logistics AG» heißt, 24,9 Prozent an die Börse gebracht werden. Der Rest sollte in Bundeshand bleiben, ebenso wie das Schienennetz, das aktienrechtlich abgetrennt wurde und nach wie vor zu 100 Prozent dem Bund gehören soll.

Die Schätzungen über den Erlös reichten von drei bis acht Milliarden Euro; als realistisch wurden zuletzt - vor dem Absturz der Börsen - 4,5 Milliarden genannt. Offenbar ist es nicht gelungen, in Vorgesprächen einen Preis zu erzielen, der angesichts der in Deutschland seit Tagen weit unterbewerteten Aktien diesen Erlös auch nur annähernd sicherstellt.

Finanzminister Peer Steinbrück und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatten zuvor erklärt, die Bahn nicht unter Wert an die Börse bringen zu wollen.








 
 



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