Frankfurt - Eine mediterrane Ernährungsweise halbiert das Risiko für chronische Atemwegserkrankungen wie Raucherbronchitis, Heuschnupfen oder Asthma. «Ein wichtiger Aspekt dieser Kost sind die sogenannten guten Fette», erklärt Dieter Köhler von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Dabei handle es sich vor allem um ungesättigte Omega-3-Fettsäuren in fetten Fischen wie Makrele, Lachs und Hering sowie um Olivenöl. Ein weiterer Pluspunkt der Mittelmeerkost sei der hohe Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Anti-Oxidantien.
Vielen chronischen Lungenerkrankungen liege ein krankheitsbedingtes Ungleichgewicht zwischen bestimmten Enzymen zugrunde, die im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielten, erklärt der Arzt. Dieses Ungleichgewicht lasse sich generell mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung günstig beeinflussen: «Stehen zum Beispiel zu wenig Anti-Oxidantien zur Verfügung, kann sich der Körper nicht mehr vor zellschädigenden Verbindungen schützen, die im Stoffwechsel ständig als Nebenprodukte anfallen.»
So entwickeln laut Köhler Kinder, die zu wenig frisches Obst und Gemüse und damit zu wenig Anti-Oxidantien essen, eher asthmatische und allergische Beschwerden als andere Gleichaltrige. «Wir wissen, dass Früchte, die reich an Polyphenolen sind - wie zum Beispiel rote Weintrauben - krankheitsbedingte Entzündungsprozesse nicht nur in den Blutgefäßen, sondern auch in den Lungen abmildern können», betont der Pneumologe. Aber auch das Beta-Carotin in Orangen, Äpfeln und frischen Tomaten könne die Häufigkeit von Beschwerden bei Asthma und Heuschnupfen oder anderen allergischen Erkrankungen verringern.
Nüsse enthielten außerdem viel zellschützendes Vitamin E und Magnesium, das die Lungenfunktion ebenfalls zu fördern scheine, erklärt der Experte. Das gelte allerdings nicht für Erdnüsse, die Allergene enthielten, welche wiederum zu einer Sensibilisierung und damit allergischen Reaktionen und zur Verstärkung von entzündlichen Prozessen führen könnten.
Dringend abzuraten sei Lungenpatienten vor allem von gepökeltem und geräuchertem Fleisch. Dieses liefere nicht nur keine Anti-Oxidantien, sondern treibe zusätzlich aufgrund des verwendeten Nitritpökelsalzes die Bildung von zu vielen Oxidantien voran, warnt Köhler. Das könne beispielsweise das Fortschreiten der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) beschleunigen.