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09. Juni 2007
Papst sorgt sich um Christen im Irak
Rom - Papst Benedikt XVI. hat US-Präsident George W. Bush seine tiefe Sorge über die Lage der Christen im Irak ausgedrückt. «Wir haben nicht nur über Krieg gesprochen», sagte Bush nach seiner Audienz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi am Samstag in Rom.
«Er ist darüber besorgt, dass die sich im Irak entwickelnde Gesellschaft nicht die christliche Religion toleriert», berichtete Bush von seiner Privataudienz beim Papst. «Er macht sich Sorgen, dass die Christen im Irak von der muslimischen Minderheit misshandelt werden.»
Drei Prozent der 26 Millionen Iraker sind Christen. Viele Kirchen sind nahezu verwaist, weil viele Gläubige entweder geflohen sind oder zu viel Angst haben, sich am Gemeindeleben zu beteiligen. Benedikt beklagte nach seinem Treffen mit Bush vor Kirchenvertretern die gefährdete Lage von Christen im gesamten Nahen Osten. Bush sagte nach seiner ersten Begegnung mit dem Papst: «Ich habe mit einem sehr klugen, liebenden Mann gesprochen.»
Der Vatikan teilte in einer Erklärung mit, Benedikt und Kardinal Tarcisio Bertone hätten in dem Gespräch mit Bush ihre Hoffnung auf eine regionale und durch Verhandlungen erreichte Lösung der Konflikte im Nahen Osten und dem Irak geäußert. Besonders der israelisch-palästinensische Konflikt und die Lage im Libanon seien Besorgnis erregend. Weitere Themen seien Afrika und insbesondere die Krise in der sudanesischen Region Darfur gewesen.
Bush verwies auf sein Engagement im Kampf gegen Aids. Er werde im US-Kongress die Verdoppelung des US-Beitrags im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit auf 30 Milliarden Dollar beantragen, versicherte er erneut. Die Summe ist bereits in der Zusage der G-8-Staaten in Heiligendamm vom Freitag enthalten, in den nächsten Jahren 60 Milliarden Dollar zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose aufzubringen.
Vor dem Treffen im Vatikan kam Bush mit dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano zusammen, nach der Papst-Audienz mit Prodi. Beide Politiker zeigten sich bemüht, ihre Differenzen über den Irak-Krieg nicht in den Vordergrund zu rücken. Prodi charakterisierte das Gespräch mit Bush als freundlich. Es gebe zwischen den USA und Italien keine bilateralen Probleme und man sei in einer Vielzahl von Fragen gleicher Ansicht. Bush dankte Italien für seinen Einsatz in Afghanistan und dem Libanon. Am Abend stand ein Treffen mit Prodis Vorgänger Silvio Berlusconi auf Bushs Programm. «Er ist der Oppositionsführer und er ist ein Freund», sagte der US-Präsident zur Begründung.
Bis zu 10.000 Polizisten waren in Rom im Einsatz, um für die Sicherheit des Gastes zu sorgen. Zahlreiche Straßen waren gesperrt, vier U-Bahn-Stationen in der Nähe des Vatikans und im Stadtzentrum blieben geschlossen. Zahlreiche Demonstranten strömten nach Medienberichten am Nachmittag in Rom zusammen, um gegen den Besuch des US-Präsidenten zu demonstrieren. Globalisierungskritiker und linksgerichtete Gruppen hatten zu zwei Großveranstaltungen aufgerufen.
Bush traf am Freitagabend nach einem Kurzbesuch in Polen in Rom ein. In Danzig hielt sich Bush vier Stunden auf und sprach mit dem polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski über den geplanten Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Polen mit einer zugehörigen Radarstellung in Tschechien.

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