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09. März 2009

Viele Bürger zweifeln an Führungskräften in Politik und Wirtschaft



Gütersloh - Die Mehrheit der Bundesbürger zweifelt an den Fähigkeiten der Führungskräfte in Wirtschaft und Politik. Rund 67 Prozent glauben nicht, dass die Manager in der aktuellen Krise ihren Aufgaben gerecht werden, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Bertelsmann Stiftung ergab. Mit der Leistung der deutschen Spitzenpolitiker sind 63 Prozent, mit den Gewerkschaften 47 Prozent unzufrieden.

Das größte Vertrauen setzen die Bundesbürger der Studie zufolge derzeit in ihre Bürgermeister. 72 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Spitzenpolitiker in den Städten und Gemeinden ihren Aufgaben gerecht werden.

Die wichtigste Eigenschaft eines Politikers ist für die meisten Befragten die Glaubwürdigkeit. Auf Platz 2 rangiert Sachverstand, gefolgt von Bürgernähe, Tatkraft und Sympathie. Die Umfrage zeige, dass zunehmend persönliche Eigenschaften und menschliche Werte in den Blickpunkt rückten, sagte Kirsten Witte, Programmleiterin «Kommunen und Regionen» der Bertelsmann Stiftung. Bislang hätten vor allem Begriffe wie Fach- und Methodenwissen als die wichtigsten Eigenschaften von Führungskräften in Politik und Verwaltung gegolten.

EU-Parlament stößt auf geringstes Interesse

Eine klare Meinung haben die Bundesbürger im Superwahljahr 2009 von der Relevanz der unterschiedlichen Parlamentsebenen: Entscheidungen, die im Bundestag getroffen werden, messen die Bürger mit 77 Prozent laut Bertelsmann Stiftung die größte Bedeutung zu. Landes- und Kommunalparlamente rangieren mit 68 beziehungsweise 67 Prozent an zweiter und dritter Stelle. Auf deutlich weniger Interesse stoßen Beschlüsse, die im EU-Parlament gefasst werden. Diese halten nur 44 Prozent der Befragten für relevant.

Insgesamt ziehen die Bundesbürger bei wichtigen politischen Entscheidungen eine direkte Beteiligung vor. Vor allem auf kommunaler Ebene halten dies knapp 80 Prozent für sinnvoll.

Für die Umfrage der Bertelsmann Stiftung wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen in im November und Dezember vergangenen Jahres 2.000 Bürger befragt.

 




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