Köln - E-Commerce ist erwachsen geworden. So lautet das Ergebnis der diesjährigen Studie des E-Payment-Spezialisten
Pago, für die das Unternehmen bis zu 16,5 Millionen Online-Kaufvorgänge augewertet hat. Demnach waren die Veränderungen im Kauf- und Zahlverhalten im vergangenen Jahr weniger sprunghaft als zum Beispiel im Jahresvergleich zwischen 2001 und 2002.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass einerseits die Auswahl der angebotenen Zahlarten in den Shops konstant bleibt und andererseits die Shopper immer stärker Gebrauch von der Kreditkarte machen: Bei mehr als 92,6 Prozent aller Kaufvorgänge setzen sie eine Kreditkarte zum Bezahlen ein. In deutschen Shops bleibt das elektronische Lastschriftverfahren am beliebtesten - es wird bei rund 64,3 Prozent der Fälle benutzt. Der bislang äußerst beliebte Kauf auf Rechnung verliert dagegen an Bedeutung: Nur noch bei 6,3 Prozent der Einkäufe wird diese Zahlart eingesetzt. Im Vorjahr waren es noch rund 17,3 Prozent.
Stabile Trends zeigen sich insgesamt beim Kaufverhalten. Allerdings zeigen die Auswertungen der Pago-Studie 2004 bei deutschen Konsumenten, dass Online-Shopping bei Frauen immer beliebter wird - mit etwa 41,3 Prozent Anteil haben sie gegenüber den Männern deutlich aufgeholt. Auch Käufer aus den neuen Bundesländern entdecken das Internet immer mehr als Einkaufsquelle; ihr Anteil an allen Kaufvorgängen deutscher Konsumenten liegt jetzt bei rund 21,1 Prozent und damit - bezogen auf die Bevölkerungszahl - auf einem ähnlichen Niveau wie in den alten Bundesländern.
Nach wie vor existiert im E-Commerce für den Online-Händler ein deutliches Zahlungsausfallrisiko. Je nach Zahlart ist dieses jedoch spürbar gegenüber dem Jahr 2002 gesunken. So geht der Anteil der Rechnungskäufe, die in ein Mahnverfahren übergingen, auf 8,1 Prozent zurück; bei der elektronischen Lastschrift ist mit einer Rücklastschriftquote von 4,5 Prozent ein schwacher Rückgang zu verzeichnen. Als Maßzahl für den Zahlungsausfall bei der Kreditkartennutzung gilt die Chargeback-Quote. Mit 0,81 Prozent liegt sie in internationalen Shops deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,1 Prozent.
Auffällig ist jedoch, dass sich die Chargeback-Quote in deutschen Shops sich von 0,2 Prozent im Jahr 2002 auf immerhin 0,67 Prozent im Jahr 2003 verschlechtert hat. "Das liegt daran, dass deutsche Online-Händler offensichtlich noch zu wenig auf Maßnahmen zur Betrugsabwehr setzen; hier herrscht eindeutig Nachholbedarf", so die Studie.