Mit dem Beinahe-Crash der Hypo Real Estate (HRE) ist selbst das Vertrauen in eine der sichersten Anlageformen, den deutschen Pfandbrief, ins Wanken geraten. Verbände und Anlageschützer erklären jedoch, warum Verbraucher, die ihr Geld in einen Pfandbrief gesteckt haben, trotz der anhaltenden Finanzmarktkrise weiterhin ruhig schlafen können.
Ein Pfandbrief - was ist das?
Pfandbriefe sind Wertpapiere, die nicht nur durch die Bank, sondern auch durch Grundstücke (Hypothekenpfandbriefe), den Staat (öffentlicher Pfandbrief) oder durch Schiffshypotheken (Schiffspfandbiefe) abgesichert sind. Wegen dieses doppelten Sicherheitsnetzes galt der Pfandbrief bislang neben Bundesanleihen gerade unter vorsichtigen Sparern als grundsolide Anlageform mit stabilen Renditen. Die Laufzeit beträgt bis zu zehn Jahre mit einer jährlichen Zinsgutschrift. Pfandbriefe können jederzeit an der Börse zum aktuellen Kurs verkauft werden. Laut dem Verband Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) sind derzeit Pfandbriefe mit einem Volumen von knapp 850 Milliarden Euro im Umlauf. Der Pfandbriefmarkt gilt hinter den Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand als zweitgrößter Markt unter den festverzinslichen Wertpapieren.
Sind Pfandbriefe auch in Zeiten der Finanzmarktkrise noch sicher?
Finanzexperten, Bankverbände und Anlageschützer sagen grundsätzlich ja. Selbst für den Fall, dass eine Pfandbriefbank pleite gehen sollte, bleiben dem Anleger noch die Sicherheiten aus etwa hinter dem Pfandbrief steckenden Immobilien. Diese dürfen von der Bank nur mit bis zu 60 Prozent ihres Beleihungswertes belastet werden. «Solange es nicht zu einem extremen Preisverfall kommt, ist man als Anleger damit eigentlich auf der sicheren Seite», sagt auch der Finanzexperte der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg, Niels Nauhauser. Hinzu kommt: Das Pfandbriefvermögen ist streng vom Kapital der Bank getrennt. Bei einer Insolvenz stehen die Pfandbrief-Sicherheiten laut vdp damit alleine den Pfandbriefgläubigern zur Befriedigung ihrer Forderungen zur Verfügung.
Sind Pfandbriefe so sicher wie Bundesanleihen?
Da hinter Bundesanleihen der Staat steht, kommen Pfandbriefe an die Sicherheit der Bundespapiere nicht heran. «Der Staat zahlt als Schuldner natürlich in jeder Hinsicht zurück», sagt Andreas Beck vom Münchener Institut für Vermögensaufbau. Dennoch sei der äußerst strengen Regularien und den Kontrollen der Bafin unterliegende deutsche Pfandbrief auch weiterhin eine sichere Bastion im Finanzmarktstrudel. Dies zeigt Beck zufolge auch die über 200-jährige Geschichte des Wertpapiers. Bislang seien Anleger noch nie zu Schaden gekommen. Auch die Weltwirtschaftskrise 1929 habe der deutsche Pfandbrief unbeschadet überstanden.
