Mit einer landesweiten Kampagne hat der DGB Thüringen Billiglöhnen den Kampf angesagt. Im Freistaat seien im vergangenen Jahr die bundesweit niedrigsten Löhne gezahlt worden, sagte der DGB-Landesvorsitzende Steffen Lemme am Montag in Erfurt. Aufs Jahr gerechnet erhielten die Arbeitnehmer in Thüringen 6.544 Euro (40,7 Prozent) weniger als in Westdeutschland. Dafür arbeiteten sie durchschnittlich 100 Stunden länger als ihre Kollegen in den alten Bundesländern. Gegenüber Rheinland-Pfalz betrage der Abstand sogar 132 Stunden.
«Die Landesregierung betreibt eine Hungerlohnpolitik», sagte Lemme und griff Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) persönlich an. Mit 14,91 Euro Durchschnittslohn sei Thüringen 2007 Schlusslicht bei den Löhnen. Auf dem vorletzten Platz der DGB-Statistik stehe Sachsen-Anhalt mit 14,96 Euro Stundenlohn, davor Mecklenburg-Vorpommern mit 15 Euro. Die höchsten Durchschnittslöhne seien 2007 in Hamburg (22,28 Euro) und Baden-Württemberg (22,09 Euro) gezahlt worden.
Gemeinsam mit dem DGB haben sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt, die Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten, Ver.di, Die Grünen, Die Linke und die SPD zu einem «Mindestlohnbündnis» zusammengeschlossen.
