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08. August 2008
«2008 wird ein schwieriges Bankenjahr»


Frankfurt - Ein Ende der Finanzmarktkrise ist laut Bankenpräsident Klaus-Peter Müller derzeit nicht abzusehen. Aus der US-Immobilienkrise sei eine Infektion der Finanz- und Kapitalmärkte geworden, sagte der Commerzbank-Aufsichtsratschef. «2008 wird ein schwieriges Bankenjahr werden.» Zugleich räumte Müller Fehler der Branche ein und riet zu mehr Risikobewusstsein.

Die Frage der Nachhaltigkeit von Erträgen sollte höher gewichtet werden als hohe Gewinnmargen verbunden mit hohen Risiken. «Sonst hätten wir auch aus dieser Krise nichts gelernt», sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken bei einer Veranstaltung des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

«Wir sind nicht mit Waffengewalt in Produkte getrieben worden, sondern sind selbst für die Auswahl verantwortlich», räumte der scheidende Bankenpräsident ein. Die Branche hätte wohl besseres Augenmaß walten lassen müssen.

Banken in den USA hatten Hypothekendarlehen an wenig zahlungskräftige Kunden vergeben, die Kredite in komplizierten Finanzprodukten gebündelt und weiterverkauft. Als der Immobilienmarkt in den USA einbrach, verloren die Papiere dramatisch an Wert. Milliardenschwere Abschreibungen bei Finanzinstituten sind die Folge. Die Situation in Deutschland und Europa sei allerdings nicht mit der in den USA zu vergleichen, betonte Müller. Die deutschen Banken hätten bisher relativ gut abgeschnitten.

Internationale Lösungen für internationale Krisen

Forderungen nach strengeren Aufsichtsregeln erteilte Müller eine Absage. Es sei ein Trugschluss, mit neuen Regeln Krisen in der Zukunft vermeiden zu können. Zudem dürfe es keine Alleingänge der Europäischen Union geben. «Internationale Krisen bedürfen internationaler Lösungen», sagte Müller. Kritisch beurteilte er die Rollen der Ratingagenturen im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise. Der Bericht der US-Börsenaufsicht SEC habe unvorstellbare Interessenskonflikte von Ratingagenturen offengelegt.

Wenig konkret äußerte sich Müller zu einer möglichen Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank. Generell seien Unternehmen vor allem den eigenen Investoren verpflichtet. Zugeständnisse, nur um einen Deal zu verwirklichen, könnten problematisch sein. Zwar hat die Commerzbank wegen der Finanzmarktkrise Gewinneinbußen hinnehmen müssen, schreibt aber weiterhin schwarze Zahlen. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank häufte dagegen im zweiten Quartal einen Verlust von 545 Millionen Euro an.






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