Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal will 50 Millionen Euro an Contergan-Geschädigte zahlen. Das Geld soll in mehreren Schritten in die bestehende Conterganstiftung eingezahlt werden, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Bundesverband Contergan-Geschädigter bezeichnete das Angebot als Schritt in die richtige Richtung. Es soll nun in den Mitgliedsverbänden diskutiert werden.
Das 1957 in den Handel gekommene Schlafmittel hatte in mehreren tausend Fällen starke Missbildungen bei Neugeborenen ausgelöst. Contergan steht seitdem für den größten Arzneimittelskandal der Nachkriegsgeschichte.
Seit 10. Dezember prüfen Grünenthal, Vertreter der Bundesverbandes Contergangeschädigter und der Bundesregierung, wie die Leistungen für die betroffenen Contergan-Opfern verbessert werden können. Die Dialoge seien konstruktiv und vertrauensvoll gewesen, erklärte Grünenthal. «Ich bin tief berührt, weil ich in den Gesprächen stets das Gefühl hatte, mein Bedauern werde akzeptiert und mein Anliegen zu helfen angenommen», sagte Sebastian Wirtz, geschäftsführender Gesellschafter von Grünenthal.
Das Angebot des Unternehmens solle den Betroffenen nun schnell zugutekommen, um ihre Lebenssituation dauerhaft zu verbessern. Durch den Beitrag von Grünenthal würde der Kapitalstock der Conterganstiftung laut Grünenthal verdoppelt und damit einmal pro Jahr ein zusätzlicher, persönlicher Betrag für die Betroffenen ermöglicht.
