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36-Jähriger soll Ziehsohn missbraucht und Fotos ins Internet gestellt haben

veröffentlicht am 07.11.2008


Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und Verbreitung von Kinderpornos muss sich seit Freitag ein 36-Jähriger vor dem Landgericht Halle in Sachsen-Anhalt verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, sich an seinem Ziehsohn vergangen und Fotos der Taten im Internet angeboten zu haben. Der Fall hatte Aufsehen erregt, weil Fahnder in Kanada auf kinderpornografischen Bildern ein Schulbuch entdeckt hatten und daraufhin über eine Befragung von Grundschullehrern das Opfer und damit auch der mutmaßliche Täter hatten ermittelt werden können.

 

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Halle - Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und Verbreitung von Kinderpornos muss sich seit Freitag ein 36-Jähriger vor dem Landgericht Halle in Sachsen-Anhalt verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, sich an seinem Ziehsohn vergangen und Fotos der Taten im Internet angeboten zu haben. Der Fall hatte Aufsehen erregt, weil Fahnder in Kanada auf kinderpornografischen Bildern ein Schulbuch entdeckt hatten und daraufhin über eine Befragung von Grundschullehrern das Opfer und damit auch der mutmaßliche Täter hatten ermittelt werden können.



Dem 36-Jährigen aus Günthersdorf nahe Halle wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sowie Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Laut Anklage soll er sich zwischen August 2003 und April 2008 in elf Fällen an seinem 1994 geborenen Ziehsohn vergangen, die Taten fotografiert und die Bilder im Internet angeboten zu haben. Der Angeklagte ist zwar nicht der leibliche Vater des Kindes, hatte jedoch die Vaterschaft anerkannt und Erziehungsaufgaben übernommen.


Ermittelt wurde der mutmaßliche Täter im Frühjahr im Zusammenwirken nationaler und internationaler Behörden sowie nach einer außergewöhnlichen Fahndung unter Grundschullehrern Sachsen-Anhalts. Auf seine Spur hatte ein Hinweis der kanadischen Polizei geführt, die im Herbst 2007 in einschlägigen Internetforen eine bis dato unbekannte Bilderserie vom sexuellen Missbrauch eines etwa zehnjährigen Jungen fand und das Bundeskriminalamt informierte. Unter anderem über ein auf den Bildern erkennbares Schulbuch konnte der Tatort auf die neuen Bundesländer eingegrenzt werden.


Lehrerin erkannte ehemaligen Schüler


In Sachsen-Anhalt wurden 600 Briefe mit Fotos an alle Grundschulen des Landes geschickt, um die mögliche Identität des gesuchten Kindes zu ermitteln. Der entscheidende Hinweis kam von einer Lehrerin, die einen ehemaligen Schüler erkannte. Sein Vater wurde als Täter identifiziert. Er soll bei ersten Vernehmungen zugegeben haben, den Jungen Jahre lang missbraucht zu haben.


Für Oberstaatsanwalt Peter Vogt, der im Prozess die Anklage vertritt und in Sachsen-Anhalt die Zentralstelle für Ermittlungen gegen Kinderpornografie leitet, zeigt diese Operation, dass mit einem sehr geringen Aufwand ein maximaler Erfolg erreicht werden kann. «Ich würde mir wünschen, dass es quasi eine Bundesdatenbank gibt, dass man regelmäßig bei Missbrauchsfällen Schulen anschreiben und fragen kann, ist euch dieser Junge, ist euch dieses Mädchen bekannt», sagte er MDR INFO.


Zu dem am Freitag begonnenen Prozess in Halle sind bis Jahresende sechs weitere Verhandlungstermine angesetzt und 13 Zeugen sowie zwei Sachverständige geladen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.


  (© AP)



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